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Indien: Menschenunwürdige Geburt auf der Straße

Meldung vom 14.09.2017

Eine junge Inderin hockt auf dem dreckigen Asphalt und muss dort ihr Kind zur Welt bringen. Auf ihrer Kleidung haben sich große Blutflecken gebildet. An ihr brausen achtlos Motorräder und Autos vorbei. Doch das Mädchen sitzt nur noch apathisch da, hat nicht mehr die Kraft, sich aus ihrer Position aufzurappeln. Sie starrt das kleine Bündel an, das vor ihr liegt: ein winziges, neugeborenes Baby. Es ist ihr Baby. Sie hat es eben mitten im Verkehr geboren.

Ein Passant hat diese alptraumhafte Szene, die derzeit in den Medien die Runde macht, in der indischen Stadt Chandil mit dem Handy aufgenommen. Die Geschichte der jungen Mutter auf der Straße ist in vielfacher Hinsicht Besorgnis erregend.

Bei dem Mädchen handelt es sich laut der Nachrichtenseite Hindustan Times um eine 17-Jährige, die von ihrer Familie schon vor Monaten verstoßen worden war. Ursache dafür ist ihre Schwangerschaft und die Liebschaft zu einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Obwohl sie den Mann verlassen hatte, weigerte sich ihre verwitwete Mutter, sich um sie und das ungeborene Kind zu kümmern.

Also blieb dem schwangeren Mädchen nur noch das Leben auf der Straße, sie bettelte und litt Hunger – bis sie nun das Baby mitten auf der Straße zur Welt brachte. „Sie war in einem miserablen Zustand“, berichtet der Passant, der die Szene gefilmt hat, gegenüber Hindustan Times. „Sie zitterte und war nicht in der Lage, ihr Kind hochzunehmen und zu liebkosen.“ Gemeinsam mit anderen Passanten habe er schließlich Straßenblockaden um sie herum errichtet, um sie vor den Autos zu schützen.

Als die Passanten den Notarzt herbeiriefen, um die junge Mutter ins Krankenhaus zu bringen, hätten die sehr „irritierend“ reagiert. Laut den Augenzeugen hätten es die Sanitäter abgelehnt, Mutter und Kind abzuholen. Sie wären zunächst auf die Erlaubnis von ihren Chefs und der Familie des Mädchens angewiesen. Die Passanten beharrten auf ihr Anliegen, dennoch wurde kein Rettungswagen geschickt. Die Passanten sollten das Mädchen selbst ins Krankenhaus transportieren.

Zum Glück für das Mädchen waren die Passanten und Anwohner sehr viel barmherziger als die Ärzte. Sie bezahlten eine Auto-Rikscha und lieferten so Mutter und Kind ins Krankenhaus ein. Doch auch dort mussten die Helfer erst lautstark Druck ausüben und schimpfen, bis die beiden zwei Stunden später (!) schließlich Aufnahme fanden. Das Verhalten des Krankenhauspersonals brachte die Menschen von der Straße so auf, dass sie eine Beschwerde beim Chefarzt einreichten. Dieser versicherte, der Fall werde Konsequenzen haben.

Wie ging es mit dem Mädchen und seinem Kind weiter? Der Zustand der beiden sei derzeit stabil, so die Medienberichte. Das Krankenhaus teilte mit, dass man zunächst die Familie benachrichtigt habe. Falls sich niemand erbarme, um die beiden abzuholen, würde man Hilfsorganisationen einschalten und bitten, nach der Entlassung für die Teenager-Mutter und ihr Baby zu sorgen. Die Situation der Frauen in Indien ist weiterhin katastrophal und menschenunwürdig.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Brigitte“, brigitte.de

Schlagwörter: Indien, Frauen, Kinder, Baby, Geburt, Straße, Verstoßung, Krankenhaus, medizinische Versorgung, Menschenrechte