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Äthiopien: Weiter auf Reformkurs – Die erste Präsidentin des Landes

 
Meldung vom 26.10.2018

Mit der Diplomatin Sahle-Work Zewde wurde zum ersten Mal eine Frau zur Präsidentin Äthiopiens berufen. Der Posten umfasst zwar nur repräsentative Aufgaben – es ist dennoch ein bedeutendes Signal für den Wunsch des Ministerpräsidenten Abiy Ahmed, die Gleichstellung der Frauen in dem Land voranzubringen.

Das Parlament in Äthiopien hat Sahle-Work Zewde einstimmig zur ersten Präsidentin gewählt. Sie tritt an die Stelle von Mulatu Teshome Wirtu, der am Mittwoch (24.10.2018) zurückgetreten war. Sahle-Work war bisher als Diplomatin tätig. Sie fungierte unter anderem als Botschafterin ihres Landes in Frankreich, Dschibuti und im Senegal. Außerdem vertrat Sahle-Work Äthiopien in der ostafrikanischen Regionalorganisation Igad. Zuletzt tat sie sich als Vertreterin der Vereinten Nationen bei der Afrikanischen Union hervor. Sie spricht Französisch, Englisch und Amharisch.

Sahle-Work kündigte nach der Wahl in Addis Abeba an, sie werde sich darauf konzentrieren, alle Seiten in Äthiopien zu versöhnen. Ziel sei ein Frieden zwischen den verschiedenen ethnischen Stämmen. Sie hob hervor, wenn es keinen Frieden im Land gebe, würden die Mütter nicht zufrieden sein. Zum Wohle der Mütter müssten alle zu einer Verständigung beitragen. Der Stabschef von Ministerpräsident Abiy Ahmed gab über Twitter bekannt: „In einer patriarchalen Gesellschaft wie der unseren setzt die Ernennung einer Staatspräsidentin nicht nur einen neuen Standard für die Zukunft, sondern normalisiert auch Frauen als Entscheidungsträgerinnen im öffentlichen Leben.“

Mit dem Präsidentenamt sind in Äthiopien vor allem repräsentative Tätigkeiten verbunden. Eine Amtszeit beträgt sechs Jahre und kann laut Verfassung einmal verlängert werden. Die eigentliche Macht übt in dem ostafrikanischen Staat der Ministerpräsident aus. Der seit April amtierende Abiy Ahmed hatte in der vergangenen Woche sein neues Kabinett zusammengestellt. Die Hälfte der 20 Mitglieder ist weiblich – das ist in nur zwei anderen afrikanischen Ländern auch so gegeben.

Abiy Ahmed hat seit seinem Amtsantritt in Windeseile Aussöhnung und Reformen vorangetrieben. Er befreite tausende politische Gefangene und unterschrieb einen Friedensvertrag mit dem Erzfeind Eritrea. Zudem sind in Äthiopien im Jahr 2020 erstmals freie und faire Wahlen geplant. Äthiopien hat rund 100 Millionen Bürger und wird in einigen Landesteilen immer wieder von Unruhen destabilisiert. Der Vielvölkerstaat gehört trotz raschen Wirtschaftswachstums zu den ärmsten Ländern der Welt.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Erste Frau an der Spitze Äthiopiens




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Äthiopien, Präsidentin, Reformen, Abiy Ahmed, Sahle-Work Zewde, Frauen, Gender, Gleichstellung, Kabinett, ethnische Stämme, Versöhnung