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Uganda: Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag verurteilt Kommandeur der Lord‘s Resistance Army zu 25 Jahren Haft

Meldung vom 27.08.2025

Über Dominic Ongwen, Kommandant der berüchtigten ugandischen Terrormiliz LRA, hat der Internationale Strafgerichtshof eine Haftstrafe von 25 Jahren verhängt. Ongwen wurde bereits im Februar 2025 für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 61 Fällen für schuldig befunden.

Seinen Schuldspruch bekam Ongwen wegen grausamster Verbrechen in Uganda, die er als Kommandant der berüchtigten Miliz Lord's Resistance Army (LRA) ausgeführt hat. Die Strafe entspreche der „extremen Schuld von Ongwen und der extremen Schwere der Verbrechen“, gab der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag bekannt.

Unter seinen Gräueltaten sind Mord, Verstümmelungen, sexuelle Gewalt und der Einsatz von Kindersoldaten. Letztendlich ging es nur noch um das Strafmaß. Als mildernden Umstand berücksichtigte das Gericht, dass Ongwen selbst nicht nur Täter, sondern auch Opfer der LRA war. Er war als Neunjähriger auf dem Weg zur Schule entführt, misshandelt und selbst als Kindersoldat missbraucht worden. Er habe in den ersten Jahren extremes Leid davongetragen, sagte der Vorsitzende Richter Bertram Schmitt aus Deutschland. „Das rechtfertigte aber nicht die entsetzlichen Verbrechen, die er bewusst als Erwachsener begangen hatte.“

Richter Schmitt betonte mit Nachdruck die „extreme Grausamkeit“ der Verbrechen: Menschen wurden demnach in Häusern eingepfercht und bei lebendigem Leibe verbrannt, Mädchen und Frauen wurden zu Sex-Sklavinnen erniedrigt, Kinder zum Töten und Foltern genötigt. Ongwen hatte auch das Kommando über vier Angriffe auf Flüchtlingslager von 2002 bis 2004.

Die Opfer dieser Gewalttaten forderten lebenslange Haft des Beschuldigten. „Wir haben lange darauf gewartet“, sagte Vincent Oyet, der selbst mehrmals von Ongwen und anderen Offizieren der LRA entführt wurde, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings ist ihm das Strafmaß nicht hart genug, er habe auf eine längere Freiheitsstrafe von mindestens 30 Jahren gepocht. Oyet ist in Sorge, dass die Gefängnisstrafe noch milder ausfallen könnte, beispielsweise durch Bewährung.

Die Strafe jedoch ist höher ausgefallen als die von der Anklage geforderten 20 Jahre Haft. Die Verteidigung hatte versucht, zehn Jahre Haft durchzusetzen, Vertreter der Opfer dagegen sprachen sich für eine lebenslange Strafe aus. Der Fall kann mit Berufung fortgesetzt werden.

Die Widerstandsarmee des Herrn trieb über Jahrzehnte in Uganda und angrenzenden Ländern ihr Unwesen, sie war eine der mörderischsten Milizen. Ongwen hatte die Position eines der Stellvertreter des berüchtigten LRA-Chefs Joseph Kony, der noch immer nicht gefasst werden konnte. Er hatte sich Anfang 2015 gestellt, die Vorwürfe aber negiert.




Quelle: „Legal Tribune Online“, www.lto.de

Schlagwörter: Uganda, Dominic Ongwen, Internationaler Strafgerichtshof, Den Haag, Schuldspruch, 25 Jahre Haft, Haftstrafe, Lord's Resistance Army, LRA, Widerstandsarmee des Herrn, Kommandeur, Gräueltaten, Kindersoldaten, Sexsklavinnen, Folter, Misshandlung, Missbracuh, Vergewaltigung, Menschenrechte, Menschenrechtsverletzungen