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Somalia: Einsatzvorbereitung – eine gefährliche Mission (Reisebericht)

Bericht vom 12.08.2011


Unser Teamleiter neben der kleinen Maschine, die ihn in die Wüste brachte.


Die Flüchtlingslager sind überfüllt und nicht auf den Ansturm so vieler Menschen vorbereitet.

Vor Kurzem flog unser Teamleiter M. Wilson gemeinsam mit Afrikadirektor Derek H. ins Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Somalia, um den nächsten Hilfseinsatz für somalische Flüchtlinge vorzubereiten. Lesen Sie hier seinen Bericht:

Liebe Freunde, sicher haben Sie die Nachrichten im Hinblick auf das Flüchtlingselend in Somalia verfolgt: Kämpfe, Flucht, Hunger und schließlich Tod vieler tausend Menschen. Mein Freund Derek und ich machten uns deshalb von Addis Abeba auf den Weg in die Region zwischen Äthiopien und Somalia, rund acht Kilometer von der kenianischen Grenze entfernt, wo immer noch unzählige völlig verstörte und ausgemergelte Somalier in die Flüchtlingslager strömen, die auf einen Ansturm von rund 2.000 Menschen am Tag überhaupt nicht vorbereitet sind.

Wir wollen versuchen, einen Piloten ausfindig zu machen, der sich nicht scheut, in dem hoch gefährlichen Wüstengebiet zu landen. Anschließend wollen wir uns zu den Flüchtlingen durchschlagen, die noch keine Hilfe bekommen, die notwendige Menge an Hilfsgütern einschätzen und Kontakte zu Einheimischen knüpfen, die fähig sind, die logistischen Herausforderungen bei der Beschaffung und Lieferung solcher Hilfsgüter zu meistern. Soweit unser Plan. „Plan“ ist allerdings nicht so ganz das richtige Wort, wenn man noch keinerlei Kontaktperson hat, nicht weiß, was einen wirklich erwartet, und sich ohne Dolmetscher erst gar nicht verständigen kann.

Es ist sehr heiß. In der Ferne sehen wir Staub aufwirbeln und bewegen uns gleich in diese Richtung, da wir dort Menschen, Tiere oder Fahrzeuge als Verursacher der Staubwolken vermuten. Unser erstes Problem ergibt sich schon mit der Frage: „Wo sollen wir anfangen?“ Wir müssen irgend jemanden finden, der uns weiter helfen oder uns zumindest die richtige Richtung zeigen kann. Nachdem wir einen notdürftig errichteten Mobilfunkmast erspäht haben, kommen wir zu dem Schluss, dass dies ein sicherer Ausgangspunkt für unsere Recherche sein könnte.

Wir landen in einem Camp der Vereinten Nationen und hämmern gegen eine Stahltür, um uns bemerkbar zu machen. Von drinnen erklingt ein „Herein“, wir sehen einige Büros und gehen von Tür zu Tür, aber niemand kann uns Auskunft geben. Schließlich werden wir gebeten zu warten, bis jemand gefunden ist, der uns bei unseren Bemühungen unterstützen kann.

Eine freundliche junge Engländerin namens Laura setzt sich zu uns und versucht, uns einen Überblick über die aktuelle Lage im Land zu verschaffen. „Die Ereignisse hier haben sich förmlich überstürzt, deshalb hinken wir ein wenig hinterher“, sagt sie. Ein hochgewachsener amerikanischer UN-Mitarbeiter betritt das Büro. Er beschreibt uns das Durcheinander, die Verwirrung, die mangelhafte Infrastruktur, zählt die dringendsten Notwendigkeiten auf, und nennt Organisationen, die schon vor uns versucht haben zu helfen.

Er empfiehlt uns, zuerst einen äthiopischen Beamten aufzusuchen, der mit der Aufsicht über die Flüchtlingslager in dieser Region betraut ist. Es sind drei Camps: Ein Übergangslager, in dem die ankommenden Flüchtlinge registriert und medizinisch erstversorgt werden, sowie zwei größere Lager, auf die sie danach verteilt werden. Bis jetzt leben hier schon 118.000 Menschen.

Erst einmal brauchen wir Papiere. Ohne entsprechende Genehmigung können wir uns nirgendwo hin begeben. Also machen wir uns auf den Weg in das rund 4,5 km entfernte Übergangslager. Noch immer haben wir keinen Dolmetscher! Nachdem wir den zuständigen äthiopischen Beamten wieder verlassen haben, dauert es kaum drei Minuten, da kommt ein junger Mann auf uns zu und spricht uns tatsächlich auf Englisch an: „Ich habe einen Management-Kurs absolviert, kann ich Ihnen helfen?“ Er kommt uns wie gerufen für die Organisation unseres Transportes und als Dolmetscher, also engagieren wir ihn gern.

So wurde es doch eine produktive Reise mit guten Ergebnissen. Einige logistische Details müssen zwar noch geklärt werden, trotzdem können wir wohl in ein paar Wochen die ersten Hilfsgüter per Schiff auf den Weg bringen – 20 Tonnen werden es sein. Das ist bei Weitem noch nicht genug, – so viel ist jetzt schon klar.

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