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Sudan: Brutale Überfälle auf Zivilisten von Regierung unterstützt?

Meldung vom 06.10.2009

Als bewaffnete Männer mitten in der Nacht ihr Fischerdorf überfielen, gelang es Nyakong Both vom Volk der Lou Nuer mit knapper Not, mit ihren zwei kleinen Söhnen über den Fluss zu entkommen. Ihre drei älteren Töchtern, die sich in den Busch geflüchtet hatten, hat sie seitdem nicht mehr zu Gesicht bekommen.

185 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, waren im Sommer in der Nähe Kleinstadt Akobo im Osten des Südsudans massakriert worden. Das Blutbad wurde von dem ethnischen Stamm der Murle angerichtet, die mit Maschinengewehren, Speeren und anderen Waffen ausgerüstet auf die Menschen eindrangen, die Bewohner massakrierten und Feuer in deren Hütten legten.

Bei den brutalen Überfällen wurden in diesem Jahr in Jonglei 1.300 Menschen umgebracht, vorwiegend Frauen und Kindern. Im gesamten Südsudan verzeichnete man nach Angaben von UN-Beobachtern mehr als 2.000 Opfer. Viele Überlebende haben wie Both Zuflucht in der Kleinstadt Akobo gesucht. Entlang des gleichnamigen Flusses zieht sich schon die Grenze zu Äthiopien.

„Als kürzlich das Gerücht die Runde machte, 300 junge Männer vom Volk der Jikany seien nach Akobo unterwegs, gab es Warnschüsse, und die hier lebenden jungen Angehörigen der Lou Nuer machten mobil“, schilderte Jimem Riek, der lokale Leiter der regierungsnahen South Sudan Relief and Rehabilitation Commission. „Diese jungen Männer führen sich auf wie eine Armee“, klagte William Khor Reath, Vertreter der Lokalverwaltung.

Doch als Erbe eines mehr als 20-jährigen Bürgerkriegs zwischen Nord- und Südsudan, dessen Ende die Konfliktparteien 2005 herbeiführten, sind Unmengen von Schusswaffen in der Region im Besitz junger verfeindeter Stammeskrieger geblieben. Viele von diesen Kriegern haben auf verschiedenen Seiten gekämpft. Die lokalen Rache- und Beutezüge geraten immer wieder so sehr außer Kontrolle, dass der brüchige Frieden in der multi-ethnischen Region zunehmend gefährdet wird.

2011 steht der südsudanesischen Bevölkerung von rund neun Millionen Menschen bevor, in einem Referendum für oder gegen die Unabhängigkeit des Südens zu stimmen. Im Friedensabkommen hatte die Regierung in Khartum dem Süden und seiner regierenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) eine vorläufige Teilautonomie gewährt.

In Südsudan werden zunehmend Stimmen von Beobachtern laut, die unterstellen, die Regierung von Omar Al-Bashir schüre die ausufernden lokalen Konflikte. Bei den eskalierenden Gewalttaten, die die Region in diesem Jahr erlebt, seien weitreichendere Interessen im Spiel als bei den üblichen ethnisch bedingten Übergriffe von Viehdieben und Hirten, unterstrich Südsudans stellvertretender Staatschef Riek Marchar vor Journalisten.

Noch deutlicher verwies der Sprecher der südsudanesischen Armee, Kuol Deim Kuol, auf diese Zusammenhänge. Er warnte vor einem erneuten Angriff von Milizenbanden, die die Regierung im Norden schon während des Krieges unterstützt hatte. In Khartum bestünde die Sorge, bei einer möglichen Abtrennung des Südens auch auf dessen lukrative Erdölquellen verzichten zu müssen, sagte er. Die Regierung in Khartum beteuert, sie habe mit den Gewalttaten im Süden nichts zu tun.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Sudan, Blutbad, Murle, Lou Nuer, Jonglei, Akobo, brutale Überfälle, Bürgerkrieg, brüchiger Friede, Unabhängigkeit, Friedensabkommen, Teilautonomie, lokale Konflikte, Khartum