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Mexiko: Drogenkrieg zieht Wirtschaft abwärts

Meldung vom 19.11.2010

Lange galt Mexiko als fortschrittlichstes Land und Vorzeigemodell für Lateinamerika. 1994 trat das Land als erstes der Region dem Industrieländerclub OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) bei. Im gleichen Jahr konnte Mexiko das Freihandelsabkommen Nafta (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) mit den USA und Kanada abschließen. Im Jahr 2000, gerade war der Freihandelsvertrag mit der EU geglückt, hatte Mexiko sich soweit hochgearbeitet, dass es zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehörte. Doch das liegt weit in der Vergangenheit. Der Drogenkrieg und die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA beeinträchtigen die mexikanische Wirtschaft. Immer mehr Investoren ziehen sich zurück.

Heute belegt Mexiko nur noch den 14. Platz der weltgrößten Ökonomien. Längst hat Brasilien das Land überholt. 2009 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,5 Prozent, vor allem wegen der einseitigen Abhängigkeit von den USA.

Doch die gewaltigste Wirtschaftsbremse ist die entfesselte Gewalt der Drogenkartelle. Bereits vor zwei Jahren berechnete der damalige Finanzminister Agustín Carstens, dass der Krieg jährlich rund zehn Mrd. Dollar oder einen Prozent des BIP verschlingt. In dem Krieg der Kartelle um Routen und Reviere und gegen den Staat sind seit 2007 Zehntausende Menschen gestorben. Im Bundesstaat Nuevo León – mit der Hauptstadt Monterrey das industrielle Zentrum Mexikos – verringerten sich die Direktinvestitionen dieses Jahr laut Industrieverband Canacintra um ein Viertel.

Die Unternehmensberatung Deloitte nahm eine Verschlechterung der Investitionsbedingungen um 150 Prozent im ersten Halbjahr 2010 wahr. Vor allem in Nuevo León und im angrenzenden Tamaulipas ist der Lkw-Transport zu einem Überlebenskampf geworden. „Hier sind Autobahnen von abends 20 Uhr bis morgens acht Uhr Hoheitsgebiet der Drogenkartelle“, meint Carlos Ross, deutscher Konsul in Monterrey.

Weiter westlich, in Ciudad Juárez, ist die Lage am dramatischsten. Nach Schätzungen des Unternehmerverbandes Coparmex haben in den vergangenen zwei Jahren 10.000 Geschäftsleute in der Wüstenstadt kapituliert. Für die rund 1.000 deutschen Firmen, die in Mexiko vertreten sind und sieben Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes zusteuern, hat der Drogenkrieg bisher vor allem höhere Transport- und Sicherheitskosten zur Folge. „Hier ist noch keiner wegen der Gewalt oder des Drogenkriegs weg“, betont dennoch Giselher Foeth, Vize-Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Handelskammer Camexa.

So lässt sich der Chemiekonzern BASF in Altamira im besonders gewalttätigen Bundesstaat Tamaulipas nicht davon abhalten, weiterhin dort Kunststoff herzustellen. Der Elektrokonzern Siemens und der Autozulieferer Bosch, die in Ciudad Juárez herstellen, wollen die Produktion in der gefährlichen Grenzstadt nicht aufgeben: „Für uns ist Ciudad Juárez ein Standort wie jeder andere auch“, erklärt Bosch-Sprecher Marco Antonio Quero.

Dagegen hat der Softwarehersteller SAP Dienstreisen seiner mexikanischen Mitarbeiter nach Ciudad Juárez bis auf Weiteres unterbrochen. Die deutschen Unternehmen halten vorerst noch die Stellung, aber es sei schwer, neue Investoren für Mexiko zu gewinnen, sagt Camexa-Mann Foeth: „Jedes Gespräch, das wir mit Interessierten führen, dreht sich um Sicherheit.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Handelsblatt“, handelsblatt.com

Schlagwörter: Mexiko, Wirtschaft, Drogenkrieg, Investoren, Bruttoinlandsprodukt, Geschäftsleute, Standort, BASF, Ciudad Juárez, Handelskammer, Sicherheit, Siemens, SAP, deutsche Unternehmen