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Kenia: Licht für alle – Neue Abnehmer für die Energiesparlampe?

Meldung vom 15.03.2011

Kenia will sein Stromnetz modernisieren und vergrößern – und entwickelt sich zu einem attraktiven Markt für deutsche Lampenhersteller. Der Branchenriese Osram will in dem ostafrikanischen Land nun massenhaft Energiesparlampen verkaufen. Doch bei der umweltgerechten Entsorgung entstehen die ersten Hindernisse.

Später Samstagabend im Skylux, einer der gefragtesten Diskotheken Nairobis: HipHop dröhnt aus den Boxen, die Tanzfläche ist brechend voll. Plötzlich wird es finster, die Musik verebbt, und durch die Fenster leuchtet der afrikanische Nachthimmel herein. In Kenias Hauptstadt ist der Strom ausgefallen.

Daran sind die Menschen in Nairobi gewöhnt: Vor allem abends kolabiert das Netz in der größten Stadt Ostafrikas häufig. Weil KenGen, der staatliche Energieversorger, seit Jahren an seine Kapazitätsgrenzen stößt, weil abends der Strombedarf besonders hoch ist und weil das kenianische Stromnetz generell anfällig ist. Die Wirtschaft im Land nimmt zu, die Bevölkerung auch, die Ansprüche wachsen, nur die Stromproduktion und der technische Standard bleiben auf der Strecke.

Freiwillige und unfreiwillige Stromabschaltungen sind in Nairobi so normal wie der chaotische Verkehr. Kenias Hauptstadt ist damit kein Einzelfall. Ganz Afrika kämpft mit seiner mangelhaften Energieversorgung. Äthiopien und Südafrika wollen ihre Stromproduktion in den kommenden Jahren verdoppeln, Kenia plant sogar eine Verzehnfachung der Strommengen in den nächsten 20 Jahren. Im Wesentlichen sollen Wasserkraft und Erdwärme dafür angezapft und die Technologie dafür ausgebaut werden.

Eine besondere Marktlücke ist das Licht in Afrika. In den meisten Regalen afrikanischer Geschäfte ist die chinesische Glühbirne zu finden. Sie ist preiswert in der Anschaffung und hat eine vergleichsweise kurze Lebensdauer. Energiesparlampen etwa, innerhalb der EU inzwischen gesetzlich vorgeschrieben und bis zu 80 Prozent sparsamer im Verbrauch, sind in Afrika noch relativ unbekannt. Energiesparlampen sind vergleichsweise teuer, und die längere Haltbarkeit ist für die große Mehrzahl der Afrikaner kein überzeugendes Anschaffungs-Kriterium. Wer nicht weiß, was der morgige Tag bringt, verschwendet schon gar keinen Gedanken an das Übermorgen.

Dem wollen große Licht-Hersteller jetzt entgegenwirken: Osram und der holländische Konkurrent Philips haben sich zusammen geschlossen, um das Projekt gemeinsam in Bewegung zu bringen – und nebenbei den afrikanischen Markt für sich zu gewinnen. „Enlighten“ (Erleuchten) bezeichnen sie das Projekt, mit dem sparsame und umweltfreundlichere Licht-Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländern an den Mann gebracht werden sollen. Ziel ist der massenhafte Absatz von Energiesparlampen. Das klingt erfreulich, doch gibt es dabei auch ein paar Probleme.

Zum Beispiel fehlt für die ausgebrannten Glühbirnen ein Recycling-System. In Afrika wird Müll üblicherweise verbrannt, wild abgekippt, und umfassende Recyclingsysteme, zumal für ausgediente Sparlampen, existieren einfach nicht. Wenn die quecksilberhaltigen Sparlampen jedoch auf der Müllkippe enden, entsteht daraus ein echtes Umweltproblem.

„In Kenia etwa würden sich Pfandsysteme anbieten“, weiß der Experte Wolfgang Gregor von Osram. „Nur so schafft man Anreize zur Rückgabe ausgedienter Lampen.“ Das würde den Preis leicht anheben, und müsste von Herstellern, Handel und Verbrauchern gemeinsam in Kauf genommen werden. „Ich bin dennoch überzeugt, dass es funktionieren würde“, meint Gregor – vorausgesetzt, die kenianische Regierung ist derselben Meinung.

Auch an anderer Stelle versucht Osram derzeit, sich nützlich zu machen: Nur ein kleiner Teil der afrikanischen Verbraucher ist an das Stromnetz angeschlossen. Nicht nur die Fischer am Victoriasee benötigen dringend netzunabhängiges Licht: Rund 80 Prozent der Kenianer sind nicht ans allgemeine Stromnetz angeschlossen. „Wir wollen unsere Idee weiter ausbauen“, sagt deshalb Gregor. „In Zukunft gehen wir auch in die Slums, wo die Menschen vom Stromnetz nahezu vollständig abgeschnitten sind.“ Auch Osram habe bisher gerne große Projekte in Angriff genommen und „nicht gelernt, von kleinen Leuten kleines Geld zu nehmen“.

Es handelt sich dabei nicht um Hilfe für die Armen oder eine besonders menschenfreundliche Werbestrategie des Konzerns. Die Industrie müsse umdenken, erklärt Gregor. Und er ist ehrlich genug, die Philosophie seines Unternehmens anzusprechen: „Nur Altruismus funktioniert nicht für ein Unternehmen. Was wir hier ausprobieren, ist für uns ein zukünftiges Geschäftsmodell.“ Die Energiesparlampe hat in Europa nicht unbedingt reißenden Absatz gefunden. Vielleicht kann man den neuen Pioniergeist der Firma Osram auch auf eine Überproduktion der sparsamen Birne zurückführen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Kenia, Energiesparlampe, Licht, Strom, Stromversorgung, Stromnetz, Glühbirne, Licht, Beleuchtung, Markt, Markterschließung, Slums, Viktoriasee, Energie, Energieversorgung, Stromausfall, Nairobi, Technologie, Recycling, Müll, Geschäftsmodell