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Somalia: Humanitäre Hilfe unter Lebensrisiko

Meldung vom 22.08.2011

In Somalia benötigen Helfer starke Nerven. Oft müssen sie ihre Einsätze unter Todesdrohungen durchführen. Nicht selten führt der Weg der Hilfskonvois durch Straßensperren und Kugelhagel hindurch. Doch es sind nicht Granaten und Schüsse, die den humanitären Helfern am meisten zu schaffen machen. Ihre Sorge ist, dass Ihnen die finanziellen Mittel ausgehen, weil die Staatengemeinschaft den Geldhahn zudreht.

Ein neuer Tag und ein neuer Konvoi für die Hungernden von Somalia setzt sich in Bewegung. Schiffe und Flugzeuge fliegen derzeit tonnenweise Hilfsgüter in die Hauptstadt Mogadischu, die trotz anhaltender Schusswechsel inzwischen als relativ gefahrlos gilt. Die Risiken nehmen jedoch zu, sobald die Lastwagen voller Mehlsäcke, Wasser und Decken die Stadt hinter sich lassen und aufs Land fahren, wo die meisten Hungernden auf Hilfe harren.

„Somalia ist ein Kriegsgebiet“, stellt Stephanie Savariaud vom Welternährungsprogramm klar. „Es gibt Fronten, und wenn sie aufgegeben werden, werden sie vorher vermint – man weiß nicht wo.“ Außerdem seien immer noch Selbstmordattentate an der Tagesordnung. Selbst in Mogadischu seien in den vergangenen Wochen ganze Konvois auf diese Weise attackiert worden, sagt Savariaud. „Das alles bedeutet sehr, sehr große Risiken.“

Seit Jahren drohen die islamistischen Al-Schabaab-Milizen UN-Mitarbeitern mit dem Tod, sollten sie mit Nahrungsmittelhilfe zu den Hungernden vordringen wollen. Selbst somalische Helfer wie Sharifa Omar Abukar müssen um ihr Leben bangen: „Manchmal musst Du einfach unauffällig bleiben. Viele Somalis können nicht lesen, und wenn sie das Logo einer Hilfsorganisation sehen wissen sie nicht: Bist du von hier oder von den UN? Am besten ist also, man fällt gar nicht erst auf.“

Wegen der Schreckensherrschaft der Al-Schabaab sind weite Teile Somalias bis heute für internationale Hilfslieferungen unerreichbar. Millionen Bedürftige sind völlig abgeschnitten, Hunderttausende sehen sich mit dem Hungertod konfrontiert, denn sie haben nicht mehr die Kraft, einen langen Marsch nach Kenia auf sich zu nehmen.

Rashid Abdi, Somalia-Spezialist der International Crisis Group, ist deshalb der Ansicht, dass nur Verhandlungen mit der Al-Schabaab etwas bezwecken können. „Natürlich würde Al-Shabaab einen Teil der Nahrungshilfe behalten wollen“, gibt Abdi zu. Sie wollten von der Arbeit der Hilfsorganisationen profitieren und ihren Ruf verbessern. Und schließlich hätten auch die Al-Schabaab-Milizen Hunger. „Sie werden ihre zehn Prozent oder so verlangen, aber das ist der Preis den man zahlen muss, wenn man Millionen retten will.“

Muss man also Schmiergelder an diejenigen bezahlen, die mit ihrer Gewalt zur Zuspitzung der Krise beigetragen haben? Stephanie Savariaud vom Welternährungsprogramm sieht noch andere Wege. Im Gespräch mit Dorfgemeinschaften und Ältesten bemüht sich die UN-Organisation darum, ohne Bedingungen Zugang zu erhalten. „Wir erklären immer wieder, dass wir unabhängig sein müssen. Die, die nichts zu essen haben, müssen etwas zu essen bekommen, und das darf nichts mit der Clanzugehörigkeit oder der Hautfarbe zu tun haben.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Somalia, Humanitäre Hilfe, UN, Helfer, Mogadischu, Kriegsgebiet, Al-Shabaab, Welternährungsprogramm, Verhandlungen, Schmiergelder