Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Sudan und Südsudan: Ein Krieg ohne Sieger

 
Meldung vom 24.04.2012

Trotz des Rückzugs des Südsudan aus dem umstrittenen Grenzgebiet bombardieren die nordsudanesischen Kampfjets erneut Ziele im Grenzgebiet und sogar im Südsudan. Im Konflikt zwischen Nord und Süd gibt es nur Verlierer: Beide Länder haben ihre Öleinnahmen eingebüßt. Inzwischen verlangen die Parlamente beider Länder eine allgemeine Mobilmachung.

Omar al Baschir konnte sich wahrscheinlich wenig Freude am Sieg seiner Armee gönnen: Als der sudanesische Präsident am Montag die Ölfelder von Heglig inspizierte, die seine Truppen nach zehn Tagen erbitterten Kampfes mit südsudanesischen Soldaten am Wochenende zurückerobert hatten, präsentierte sich ihm das volle Ausmaß der Zerstörung. Viele der Förderanlagen sind beschädigt, andere vermint und so schnell nicht wieder in Betrieb zu nehmen. An einigen Stellen läuft Öl aus. Dabei ist Baschirs Regierung in Khartum abhängig von den Erträgen der Ölfelder: 80.000 Fass der täglichen Fördermenge des Landes von 130.000 Fass Rohöl werden in Heglig gefördert.

1.200 südsudanesische Soldaten sollen bei den Kämpfen getötet worden sein, meldete Sudans Regierung am Montag, den 23.04.2012, was die südsudanesische Regierung in Juba aber bestreitet. Dort ist man bestrebt, die Verdrängung aus Heglig als „Rückzug im Interesse des Friedens“ darzustellen. Juba war wegen des Einmarsches nach Heglig, das zu Sudan gehört, von den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und der amerikanischen Regierung heftig gerügt worden.

Der Konflikt um Heglig ist ernster als die vielen Gefechte, die es an der über weite Strecken nicht demarkierten Grenze seit der Unabhängigkeitserklärung Südsudans im Juli vergangenen Jahres gegeben hat: Die Ölfelder von Heglig wurden laut einem Urteil des Schiedsgerichtshofes in Den Haag von 2009 eindeutig dem Sudan zugesprochen. Ihre Besetzung durch die südsudanesische Armee ist somit gleichbedeutend mit einem Angriffskrieg.

In Juba begründete man diese Operation mit den regelmäßigen Angriffen Sudans auf südsudanesische Ortschaften. Dabei verschweigt die südsudanesische Regierung allerdings, dass über diese Ortschaften der Nachschub für die Rebellen der „Sudan People Liberation Army North“ (SPLA-North) läuft, die den Anschluss der zum Norden gehörenden Provinz Süd-Kordofan an den Süden fordern; in dieser Provinz befindet sich auch Heglig.

Derweil sind die Gefechte weitergegangen: Kampfflugzeuge der sudanesischen Armee haben Augenzeugen zufolge am Montag den Südsudan angeflogen. Bei den Bombardements sollen vier Menschen ums Leben gekommen sein. Die sudanesische Luftwaffe attackierte nach Presseberichten zwei Städte im Süden, und zwar erneut Bentiu, die Hauptstadt des Bundesstaates Unity, und das benachbarte Rubkona. Zwei MiG-29-Jets hätten im Grenzgebiet vier Bomben in der Nähe einer Ölstadt fallen lassen, sagte der stellvertretende Chef des südsudanesischen Militär-Geheimdienstes, Mac Paul. Der erneute Luftangriff bedeute eine „ernsthafte Eskalation und Verletzung südsudanesischen Territoriums. Das ist eine klare Provokation.“

Die sudanesischen Angriffe wurden laut Augenzeugen kurz vor neun Uhr morgens geflogen. Nach unbestätigten Berichten starben vier Menschen, darunter ein Junge. Im Visier stand offenbar der Markt im Zentrum von Bentiu, außerdem die Brücke an der Straße nach Rubkona. Die Marktstände standen stundenlang in Flammen. Ein Reporter vor Ort berichtete, er habe gesehen, wie ein Kampfflugzeug zwei Bomben unweit der Brücke abgeworfen habe. „Ich kann brennende Marktstände in Rubkona im Hintergrund sehen und die brennende Leiche eines kleinen Kindes“, berichtete er. Ein Sprecher des sudanesischen Militärs war zunächst nicht erreichbar.

Ein neuer Krieg ist eigentlich für beide Konfliktparteien untragbar. Südsudan ist nach dem Ölförderstopp so gut wie bankrott. Sudan seinerseits führt einen Zweifrontenkrieg im Süden und im Westen gegen die Rebellen in Darfur, der wegen der extrem gespannten wirtschaftlichen Lage auf Dauer nicht zu bezahlen ist.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Sudan bombardiert Südsudan




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Sudan, Krieg, Luftangriffe, Omar al Baschir, Heglig, Minen, Öl, Ölfeld, Ölförderanlage, Beschädigung, Bomben, Bentiu, Rubkona, Juba