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Sambia: Regierung will Dollar aus dem Land schubsen

Meldung vom 15.08.2012

In Sambia und anderen afrikanischen Ländern gibt es praktisch zwei Währungen, die landeseigene und den amerikanischen Dollar. Das bringt aber wirtschaftlich viele Probleme mit sich. Nun hat sich Sambia eine radikale Maßnahme einfallen lassen, um den Dollar aus dem Land zu drängen – es drohen 10 Jahre Gefängnis bei Zahlung mit dem US-Dollar.

Um die eigene Währung zu stärken und die Vorherrschaft der US-Währung im Land zu brechen, hat Sambia jetzt eine Gefängnisstrafe für Währungssünder festgesetzt. Auch andere afrikanische Staaten versuchen, den Dollar aus dem Land zu entfernen. Das birgt auch Nachteile.

Zehn Jahre Gefängnis – damit droht die Zentralbank von Sambia denen, die weiterhin in US-Dollar Handel betreiben. Damit will sie die nationale Währung stärken, den Kwacha. Der Staat im Süden Afrikas steht nicht alleine damit, hart gegen das amerikanische Geld durchzugreifen. In mehreren Ländern auf dem Kontinent regt sich der Widerstand gegen die Dollar-Vormacht.

Die US-Währung gilt in vielen Staaten der Welt als inoffizielle Zweitwährung. Vor allem wenn die Menschen wenig Vertrauen in das landeseigene Geld haben, ist der Dollar sehr gefragt. Das wirkt sich negativ auf die nationalen Währungen aus. Das wollen mehrere afrikanische Staaten nun ändern. Indem sie die eigene Währung schützen, wollen sie mehr Einfluss auf die Geldpolitik ausüben.

Die Einnahmen aus den eigenen Rohstoffen sollen im Land bleiben, mehr Geld in die heimischen Finanzmärkte fließen. Dafür sind die Länder unterschiedliche Strategien angegangen: Angola will Öl- und Gasfirmen dazu bewegen, ihre Löhne in Kwanza auszuzahlen, der nationalen Währung. Mosambik hat sich vorgenommen, die Unternehmen des Landes zu verpflichten, die Hälfte ihrer Exporterlöse in Meticais zu tauschen. Banken in Ghana müssen ihre Einlagen auf Cedi begrenzen, früher konnten sie US-Dollar beimischen.

Manche Unternehmen vor Ort hatten jedoch bisher Vorteile daraus gezogen, den Dollar als Standardwährung zu benutzen. Investoren und Handelspartner werden nicht durch Währungsschwankungen vergrault. Auch für Touristen und Geschäftsreisende ist es angenehmer, kein Geld tauschen zu müssen.

Sambia hat zumindest kurzfristig einen Etappensieg errungen: Der Kwacha wurde diesen Sommer im Vergleich zum Dollar deutlich aufgewertet.

Ob die Maßnahmen aber auch langfristig erfolgreich sind, bleibt fraglich. Die afrikanischen Länder müssten politische Stabilität garantieren und die Inflation angehen, sagte John Wakeman-Linn, der beim Internationalen Währungsfonds Spezialist für Sambia ist: „Die Handelsbeschränkungen führen langfristig nicht zu wesentlich mehr Vertrauen in den Kwacha“, so Wakeman-Linn.

So hart Sambia auch rhetorisch gegen den Dollar Stellung bezieht: Bisher ist noch niemand im Gefängnis gelandet. „Aber wir überwachen, ob das Gesetz eingehalten wird“, betonte ein Sprecher der Zentralbank.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Süddeutsche Zeitung“, sueddeutsche.de

Schlagwörter: Sambia, Währung, Geld, Geldpolitik, US-Dollar, Kwacha, Zentralbank, Banken, Wirtschaft, Einnahmen, Gefängnis, Gefängnisstrafe, Handel, Zweitwährung, Handelsbeschränkungen, Internationaler Währungsfonds