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Afghanistan: Jung fordert Ende der Abzugs-Debatte

Meldung vom 04.09.2008

Verteidigungsminister Franz Josef Jung ist knapp eine Woche nach dem Tod eines Bundeswehrsoldaten in Afghanistan überraschend zu einem Besuch der deutschen Truppen in Kundus und Masar-i-Scharif eingetroffen. Er fand Soldaten vor, unter denen sich Nervosität ausbreitet. Dennoch fordert Jung ein Ende der Abzugs-Debatte in Deutschland.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat bei seinem Besuch in Afghanistan Forderungen nach einem Abzug der Bundeswehr abgelehnt. „Ich halte das für völlig kontraproduktiv“, bemängelte Jung in Kabul. Mit einer solchen Debatte würden nur diejenigen, die die Anschläge auf die Bundeswehr verübten, in ihrem Vorhaben bekräftigt und sie hätten ihr Ziel erreicht.

Deutschland bezahlt den Hinterbliebenen der durch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getöteten Zivilisten eine Entschädigung. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte diese Angaben. Bundeswehrsoldaten hatten vergangene Woche versehentlich auf Zivilisten geschossen, die sich mit einem Wagen in erhöhter Geschwindigkeit auf eine Straßensperre zu bewegt hatten. Eine Frau und zwei Kinder starben. Zum Schutz der Bundeswehr vor Blutrache hat sich die Bundesregierung bei den Angehörigen entschuldigt und ihnen Geld gezahlt. Die Zahlung, zu deren Höhe sich nicht geäußert wurde, sei aber kein Eingeständnis, dass den deutschen Soldaten ein Vorwurf gemacht werden könne. Weil der Wagen trotz Warnsignale weiter auf die Straßensperre zugefahren sei, hätten die deutschen Soldaten einen weiteren Selbstmordanschlag befürchtet.

Im Hinblick auf die erneut angefachten Diskussionen um einen Abzug der Bundeswehr sagte Jung: „Ich muss sagen, diejenigen, die eine solche Forderung in Deutschland erheben, betreiben das Geschäft derjenigen, die letztlich unsere Soldaten gefährden.“ Die Forderungen nach einen Rückzug der insgesamt 3.500 deutschen Soldaten aus Afghanistan erhoben sich erneut, nachdem in der vergangenen Woche ein Bundeswehrangehöriger bei einem Anschlag getötet und drei weitere verletzt wurden.

Jung gab nach einem Treffen mit dem Kommandeur der NATO-geführten Truppen in Afghanistan (ISAF), David D. McKiernan, zu, dass die Bundeswehr am Hindukusch mit größeren Gefahren konfrontiert sei. Eine „Verschärfung der Sicherheitslage“ sei offenkundig, so Jung. Dennoch sei es erforderlich, dass die Bundeswehr der afghanischen Regierung weiter bei der Stabilisierung und dem Wiederaufbau des Landes helfe. Bei seinem Besuch in Afghanistan kam Jung auch mit Afghanistans Präsident Hamid Karsai zusammen.

Der Bundeswehrverband beschuldigte die Regierung, mit „gestelzten Wendungen“ die wahren Tatsachen über den Einsatz verschleiern zu wollen. „Wir befinden uns im Krieg gegen einen zu allem entschlossenen, fanatischen Gegner“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Bernhard Gertz. Die Bundesregierung solle die Dinge beim Namen nennen. Bei Kämpfen der US-geführten Truppen im Süden Afghanistans wurden seit Beginn der Woche mehr als 30 Taliban getötet, so die Angaben von afghanischen Behörden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „AFP“, afp.com