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Südafrika: Brennende Weinberge

Meldung vom 21.11.2012

Seit Wochen wird Südafrika von Streiks erschüttert. Jetzt zieht der Arbeitskampf auch in die Weinberge. Tafeltrauben aus Südafrika gelten als die besten der Welt. Doch die Löhne auf den Farmen sind schlecht. Jetzt gehen die Arbeiter in Streik. Millionenschäden sind die Folge.

Wiehan Mostert zieht sein Hemd hoch. Das Metall seiner Pistole glänzt im Neonlicht seines Lebensmittelladens. Er trägt sie nun immer. Er schaut auf. „Ich habe keine Angst. Jetzt nicht mehr.“ Vor zwei Wochen bimmelte sein Handy. Er solle schnell kommen, rief einer seiner Angestellten. „Sie plündern den Laden.“ Als Mostert in seinen Laden stürzte, waren die Regale schon von den Wänden gerissen, auf dem Boden sah er noch ein paar Chipstüten, der Rest – Waren im Wert von rund 10.000 Euro – war geraubt.

Mostert konnte einige der Täter identifizieren, meldete sie der Polizei. Es kamen Drohungen, mal auf der Straße, mal per SMS. „Seitdem trage ich die Waffe“, meint er. Sein Vertrauen in die Polizei habe er verloren.

Sein Geschäft befindet sich in einer Seitenstraße von De Doorns, einem jener idyllisch gelegenen Weindörfer im südafrikanischen Hex River Valley, die in den vergangenen Wochen von einem Streik der Farmarbeiter heimgesucht wurden.

Tausende Farmarbeiter gingen hier zur Gewalt über, kämpfen für eine Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 69 Rand (6 Euro) am Tag auf 150 Rand (13,20 Euro). Eine gewagte Forderung, die – wie in Südafrika allzu oft üblich – mit Gewalt erzwungen werden sollte. 30 Hektar Anbaufläche brannte lichterloh, ein Gebiet so groß wie 30 Fußballfelder.

Vor allem die Farmer von Tafeltrauben sind von dem Streik betroffen, die 90 Prozent der Anbaufläche im Hex River Valley ausmachen. In 16 Dörfern und Kleinstädten wurde die Arbeit niedergelegt, Weinbauern waren nur vereinzelt betroffen.

Südafrika ist mit 1,2 Milliarden produzierten Flaschen im Jahr der siebtgrößte Weinproduzent der Welt, auch hier beobachtet man die Situation mit großer Nervosität. Arbeiter auf Tafeltrauben-Farmen nutzten die vergangenen Wochen als strategisch günstigen Moment für den Streik, denn die Trauben müssen bis Ende Dezember eingeholt sein. Die Ernte für Weintrauben steht dagegen erst im Januar an. Beobachter sind in Sorge, dass der Arbeitskampf dort versetzt angestrebt wird.

Zwar ist der Mindestlohn in den vergangenen vier Jahren bereits um rund 50 Prozent gestiegen. Arbeiter in der Landwirtschaft zählen dennoch zu den am schlechtesten bezahlten des Landes. Der Monatslohn beläuft sich auf nur rund 150 Euro. Die Arbeiter leiden besonders unter den weltweit steigenden Preisen für Lebensmittel, Strom und Benzin.

Vorerst hat in dem Weinbauort De Doorns die Auseinandersetzung mit gegenseitigen Schuldzuweisungen begonnen. Michael Laubscher, Besitzer eines Weinbaubetriebes, behauptet: „Bei diesen sogenannten Streiks geht es nicht um Lohn – sie sind politisch motiviert“. Die meisten Farmen würden Zertifikate für ethisch verantwortungsvolles Management vorweisen können; viele hätten die Arbeiter auch zu Teilhabern aufsteigen lassen. Die Beziehungen mit den Arbeitern seien gut, meint Laubscher, die meisten seien deshalb auch nicht an Gewerkschaften angeschlossen. „Es gibt Arbeiterausschüsse auf jeder Farm, wir reden jede Woche“, sagt der Weinbauer mit verschränkten Armen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Welt Online“, welt.de

Schlagwörter: Südafrika, Streik, Weinberge, Weinbau, Weindörfer, Arbeitskampf, Weinbauern, Tafeltrauben, Weinernte, De Doorns, Hex River Valley, Landwirtschaft, Mindestlohn, Arbeiter, Farmen, Wein, Weinbaubetrieb, Gewerkschaft