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Uganda: Wo Frauen sich aus dem Elend boxen

Meldung vom 10.10.2013

Seit dem 16. Lebensjahr boxt Helen Baleke – Auslöser war die Attacke eines Mannes im Katanga-Slum in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Der Vorfall hat sie zu dem gewandelt, was sie heute ist: eine der wenigen weiblichen Amateurboxerinnen des ostafrikanischen Landes. Jetzt hat sie einen großen Traum: Sie will es zu den Olympischen Spielen schaffen.

„Er schlug so fest zu, dass ich heulen musste und Blut aus meiner Nase tropfte“, berichtet sie. „Ich kam aus einem Dorf im Bezirk Kayunga, war selbstbewusst und hätte mir nie im Leben vorgestellt, einmal geschlagen zu werden“, betont die junge Frau, die in Katanga mit 23 Familienmitgliedern in einem Häuschen wohnte.

Die inzwischen 24-Jährige hatte immer schon einen Hang zum Kämpfen, wie sie in der Lokalsprache Luganda erklärt. Als sie im örtlichen Rhino-Box-Klub auftauchte, trainierten dort ausschließlich Männer. Um sie dabei zu unterstützen, die Gewalterfahrung zu überwinden, ließen die Manager sie umsonst trainieren, die Aufnahmegebühr in Höhe von acht US-Dollar entfiel.

Nach drei Wochen Training ging sie auf die Suche nach ihrem Angreifer und packte ihn am Kragen. „Ich wollte ihm einfach nur zeigen, dass ich mich gut selbst verteidigen kann“, fügt Baleke hinzu. Inzwischen hat sie sich in 14 Boxkämpfen in Uganda und Kenia bewährt und drei Medaillen errungen.

Baleke und ihre 20-jährige Halbschwester Diana Tulyanabo zählen zusammen mit Agnes Adong, Hawa Daku, Eva Zalwango und Fiona Tugume zu den talentiertesten Boxerinnen ihres Landes. Alle sechs bewerben sich derzeit als erste Frauen um die Aufnahme in Ugandas Profiboxer-Kommission (UPBC), wie deren Vizedirektor Salim Saad Uhuru mitteilt.

Uhuru, stellvertretender Parteivorsitzender der regierenden Nationalen Widerstandsbewegung, ist überzeugt davon, dass Ugandas Boxerinnen mit der richtigen Förderung das Ziel erreichen können. „Sie könnten an der Olympiade teilnehmen“, betonte er. „Wir werden sie zu Bestleistungen bringen.“

Der Sportfunktionär bemängelt jedoch, dass die Möglichkeiten der Athletinnen durch die verbreitete Korruption erheblich geschmälert werden. Ihn macht es besonders wütend, dass die Beamten des Sportministeriums mehr Gehalt einstreichen als die Spitzensportler des Landes. Im letzten Jahr hatten sich 16 ugandische Athleten für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Doch die größte Gefahr für die Boxerinnen aus dem 20.000 Menschen zählenden Katanga-Slum besteht in existenziellen Problemen. „Frühe Schwangerschaften und sexuelle Übergriffe sind verbreitet“, berichtet Juliet Segujja, die ehrenamtliche Leiterin des Kampala-Kinder-Klubs, der im Slum aktiv ist.

Die 23-jährige Nakilyowa ist alleinerziehende Mutter und muss sich um vier Kinder kümmern. Baleke und ihre Schwester gehen auf die Suche nach Bananenschalen, die ihre Mutter in Katanga als Tierfutter für einen Dollar pro Kiste veräußert. Doch allen Hindernissen zum Trotz haben sie alle die Vision, eines Tages für ihr Land olympisches Gold zu holen.

Ugandas männliche Boxer hingegen verbuchen bereits internationale Erfolge. Kassim Ouma hat schon den Weltmeistertitel im Mittelgewicht des Internationalen Boxverbands geholt, und Joseph Lubega errang bei Commonwealth-Spielen Silber. John Mugabi und Eridad Mukwanga gewannen bei Olympiaden Silbermedaillen, während Leo Rwabwogo Bronze für sein Land holte. Doch bisher konnte noch keine einzige Boxerin Ugandas ihre Fähigkeiten bei den Olympischen Spielen unter Beweis stellen.

In einem Partnerschaftsprogramm sollen jetzt die begabtesten Boxerinnen Ugandas in den USA trainiert werden. Sollten sich ihre Erwartungen an die ugandischen Athletinnen erfüllen, werden amerikanische Trainer versuchen, Sponsoren zu gewinnen, um die Hoffnungsträgerinnen in den USA unter den besten Bedingungen zu trainieren. Baleke, Tulyanabo, Nantale und Nakilyowa haben jeweils nur ein Paar Boxhandschuhe, die sie mit Spendengeldern gekauft haben. Über einen Mundschutz verfügen sie nicht. Da ihnen die professionelle Sportausrüstung fehlt, können sie nur sehr eingeschränkt trainieren.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Uganda, Boxen, Boxerin, Olympische Spiele, Sport, Gewalt, Slum, Überfall, Männer, Frauen, Korruption, Kampala, Förderung, Training, Athleten, Sportler, Medaillen, Gold, Silber