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Somalia: Innere Machtkämpfe in der al-Schabaab-Miliz

Meldung vom 29.10.2013

Jahrelang zeigte sich die al-Schabaab-Miliz als eine in sich geschlossene und mächtige Islamisten-Miliz in Somalia. Innere Machtkämpfe lassen die Strukturen der Gruppe jetzt aber zusammenfallen wie ein Kartenhaus, meint der Politologe Abdiwahab Sheikh Abdisamad von der kenianischen Kenyatta-Universität. Das biete neue Möglichkeiten für die somalische Regierung.

„Die Bewegung spaltet sich in Mini-Kampfgruppen auf, die sich aufgrund ideologischer Differenzen untereinander bekriegen“, stellt Abdisamad fest, der selbst aus Somalia stammt. „Al-Schabaab steht am Rande eines internen Bürgerkriegs.“

Al-Schabaab hatte sich für den Terrorangriff auf das Einkaufszentrum Westgate Shopping Mall und der anschließenden Geiselnahme im September verantwortlich gezeigt, bei der mehr als 70 Menschen getötet wurden. Zwei Somalier fielen zudem einem Bombenanschlag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am 13. Oktober zum Opfer. Die Miliz, die sich seit 2012 formell als Verbündete des Terrornetzwerk al-Kaida proklamiert, hat sich inzwischen aber in eine Gruppe globaler Dschihadisten und in lokal operierende nationalistische Kämpfer gespalten.

Abdisamad erkennt in dieser Entwicklung eine große Gelegenheit für die somalische Regierung, die gemäßigteren nationalen Kräfte auf ihre Seite zu bringen. Sollte die Staatsführung diese Gelegenheit ungenutzt vorübergehen lassen, würden die globalen Dschihadisten die Macht ergreifen und an Stärke zulegen, kündigte er an. „In diesem Fall wäre die Zukunft Somalias ungewiss und die Stabilität der Region und auch der ganzen Welt gefährdet.“

Wie er weiter erklärt, hat die Tötung der beiden al-Schabaab-Gründer Ibrahim Haji Jama und Moalim Burhan im Juni durch Mitglieder der Miliz dazu geführt, dass der Krieg innerhalb der Gruppe ausbrach und in aller Öffentlichkeit ausgetragen wird. Jama wurde von den USA mit einem Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar gesucht. Seit er in al-Kaida-Camps in Afghanistan gedrillt worden war, trug er den Spitznamen Ibrahim Al-Afghani.

Al-Schabaab-Sprecher Sheikh Abdiaziz Abu Musab leugnet jedoch, dass die Gruppe zerstritten sei. Die beiden Führer seien vorsätzlich bei einer Schießerei ums Leben gekommen, nachdem sie einen Haftbefehl eines Scharia-Gerichts missachtet hätten. Zwei ausländische Dschihadisten, der gebürtige US-Amerikaner Omar Hammami alias Abu Mansoor Al-Amriki und Osama al-Britani, ein Brite pakistanischer Herkunft, waren im September ebenfalls von al-Schabaab-Kämpfern hingerichtet worden.

Al-Amriki war in der FBI-Liste der meistgesuchten Verbrecher erfasst. Auf seine Ergreifung stand eine Belohnung von fünf Millionen Dollar. Da er in englischsprachigen Dschihad-Rap-Videos mitwirkte, galt er als der wohl bekannteste al-Shabaab-Propagandist. 2012 gab er als erstes Mitglied öffentlich eine Aufspaltung der Miliz zu. In einem kurzen Videoclip, das im Internet kursierte, gab er an, er werde mit dem Tod bedroht.

Al-Amriki entging zunächst mehreren Mordanschlägen der al-Schabaab-Geheimdiensteinheit Amniyat, die von Ahmed Abdi Godane alias Sheikh Mukhtar Abu Zubeyr geleitet wird, dem obersten Chef von al-Schabaab. Laut Abdisamad ist Godane ein Befürworter des globalen Dschihad und der Ansicht, dass Somalia allen Muslimen der Welt gehöre. „Seine Anhänger wollen den Islam von Somalia aus bis nach China, Chile, Südafrika und Kanada verbreiten“, erklärt er.

Sheikh Hassan Dahir Aweys, ein weiteres Mitglied der Gruppe, das wie Jama dem nationalistischen Flügel anhing, floh aus dem größten verbliebenen al-Schabaab-Stützpunkt in Barawe, etwa 180 Kilometer südlich von Mogadischu. Er hat kapituliert und sich nach den Morden an Jama und Burhan in die Hände der somalischen Regierung begeben.

Wie Abdisamad angibt, gelten Aweys und seine Gefolgsleute als gemäßigt. Ihr Anliegen sei es, einen islamischen Staat innerhalb der Grenzen von Somalia aufzubauen und die Nachbarländer dabei zu ignorieren. „Der religiös-nationalistische Flügel von al-Schabaab ist dagegen, den Somalia-Konflikt zu exportieren und jeden zu töten, der die Kämpfer nicht unterstützt“, meint der Experte. „Seit Jahren versuchen diese Mitglieder vergeblich, Godane zu ersetzen.“

Manche Experten sind überzeugt, dass die Grabenkämpfe der Islamisten dazu geführt haben, dass sie strategisch wichtige Städte im Süden und im Zentrum des ostafrikanischen Landes an die Einheiten der Afrikanischen Union verloren haben.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Somalia, Al-Schabaab-Miliz, Islamisten, Spaltung, Grabenkämpfe, Dschihadisten, Kämpfer, gemäßigte Kräfte