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Philippinen: Tag der Straßenkinder – Mit sieben Jahren unter der Brücke

Meldung vom 06.02.2015

Jedes Jahr am 31. Januar wird der Tag der Straßenkinder begangen. Er soll daran erinnern, dass weltweit immer noch etwas 100 Millionen Kinder auf der Straße leben. Auf den Philippinen kämpfen bis zu 1,5 Millionen Kinder meist völlig auf sich allein gestellt um ihr Überleben auf der Straße. Nur wenigen gelingt der Absprung aus dem Elend – so wie Cindy.

„Mit meinem Vater habe ich auf der Straße gelebt“, berichtet Cindy. „Wir haben jeden Tag den Müll nach Essbarem durchsucht oder um etwas zu essen gebettelt.“ Cindy kennt seit der Kindheit nichts anderes als die schmutzigen Straßen eines Armenviertels in Manila. Ihr Alltag in der philippinischen Hauptstadt ist jeden Tag von einem Existenzkampf gezeichnet. Sie hebt das auf, was andere wegwerfen, um ein bisschen Geld zu verdienen. Plastikbecher veräußert sie bei einem Händler, für Nachbarn bietet sie gegen eine kleine Provision selbst gemachte Süßigkeiten zum Verkauf an.

So überlebt die damals etwa Siebenjährige Tag für Tag die Hölle des Straßenlebens – begleitet von der ständigen Furcht, von der Polizei ergriffen und abtransportiert zu werden. Viele Straßenkinder werden einfach in eines der überfüllten Gefängnisse weggesperrt.

Heute ist Cindy 21 Jahre alt – und berichtet in gutem Englisch und ohne Scheu von den alptraumhaften Erlebnissen in ihrer Kindheit. Sie sei ausgerissen, nachdem ein drogensüchtiger Freund ihrer ebenfalls drogensüchtigen Mutter sie vergewaltigt hatte. Ein Leben auf der Straße schien ihr damals besser, als sich das länger antun zu lassen.

So wie Cindy ergeht es auf den Philippinen bis zu 1,5 Millionen Kindern. Die Bevölkerung des Inselstaats weist einen großen Anteil junger Bevölkerung auf: Von den rund 100 Millionen Einwohnern sind etwa 35 Prozent jünger als 14 Jahre. 86 Prozent der Bevölkerung fristen ein Leben unter der Armutsgrenze. 5,4 Millionen Kinder müssen arbeiten, um etwas zum Familieneinkommen beizusteuern.

Allein im Ballungsgebiet rund um die philippinische Hauptstadt leben etwa 100.000 Straßenkinder. Sie sind entweder völlige Einzelgänger oder tun sich zu Banden zusammen. Sie betteln, stehlen und übernachten in Metros oder unter Brücken. Oder sie haben noch lockeren Umgang mit ihren Eltern und gehen nachts regelmäßig nach Hause zurück. Sieben von zehn Straßenkindern auf den Philippinen sind Jungen, aber auch immer mehr Mädchen enden auf der Straße.

Cindy wurde großes Glück zuteil: Die heute 21-Jährige, die gerade ihre Ausbildung als Kindergärtnerin abschließt, ist eines der wenigen Mädchen, die in einem kirchlichen Kinderschutzzentrum aufgenommen wurde. Mit acht Jahren hat Schwester Maria sie auf der Straße entdeckt und von dort mitgenommen. Sie war dürr, voller Ungeziefer und an Tuberkulose erkrankt.

Schwester Maria ist für die traumatisierten Mädchen eine große Stütze und Vertrauensperson. Seit mehr als 20 Jahren betreut Schwester Maria gerettete Straßenkinder und hat wahrgenommen, wie sich dieses Phänomen entwickelt. Besonders nach Naturkatastrophen fällt auf, dass mehr Kinder die Straße bevölkern – wie etwa nach dem Taifun Haiyan im November 2013. „So viele Familien hatten überhaupt nichts mehr. Eltern waren bereit, ihre Kinder für wenig Geld etwa als Haushaltshilfen zu verkaufen“, meint die Schwester, die sich auch in Kinderrechten auskennt.

Auch ziehen viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Hauptstadt. Dabei landen viele der Kinder auf der Straße, denn häufig werden die Hoffnungen auf ein besseres Leben in der Stadt bitter enttäuscht. „Mädchen werden fast immer Opfer sexueller Gewalt“, weiß Schwester Maria. Und die geschändeten Mädchen würden immer jünger, berichtet sie. Das jüngste Mädchen, dem Schwester Maria nach sexuellem Missbrauch geholfen hat, war erst zwei Jahre alt. Doch sie erhält jetzt – so wie damals Cindy – die Gelegenheit, dem Straßenleben zu entkommen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Presse“, diepresse.com

Schlagwörter: Philippinen, Straßenkinder, Tag der Straßenkinder, Manila, Jugend, Armut, Kinder, Kinderrechte, Straßenleben, betteln, stehlen, Überlebenskampf, Kinderschutzzentrum, Slum, Naturkatastrophe, Taifun, Landflucht