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Afghanistan: US-Jets zerstören versehentlich Klinik in Kunduz

 
Meldung vom 05.10.2015

In der nordafghanischen Stadt Kunduz werden Kämpfe ausgetragen. Regierungstruppen in Afghanistan bemühen sich mit NATO-Hilfe, die Stadt Stück für Stück wieder unter ihre Herrschaft zu bringen. Jetzt wurde eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen versehentlich bombardiert – mit tragischen Folgen.

Der US-Luftwaffe ist in Afghanistan ein schlimmer Fehler unterlaufen: Bei einem Bombenangriff in Kunduz haben amerikanische Kampfjets offensichtlich aus Versehen ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Visier gehabt. Bei dem Angriff kamen mindestens 16 Menschen ums Leben. Es handele sich um neun Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen und sieben Patienten, darunter auch drei Kinder, gab MSF-Sprecherin Christiane Winje am Samstag (03.10.2015) in Berlin an. Weitere 37 Menschen – 19 Klinikmitarbeiter und 18 Patienten sowie Angehörige – erlitten diesen Angaben zufolge zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

Nachdem die Taliban Kunduz in einem Blitzangriff erobert hatten, brachen heftige Gefechte mit zur Verstärkung gekommenen Regierungstruppen aus. Der NATO und den afghanischen Einheiten gelang es, einen Großteil der Stadt wieder zurückzuerobern. Aber in einigen Stadtteilen wird weiter gekämpft.

Der Sprecher der NATO-Mission in Afghanistan, Sernando Estreooa, bezog Stellung zu dem Unglück: „Die US-Streitkräfte haben am 3. Oktober um 2:15 Uhr Ortszeit einen Luftangriff nahe der Einrichtung durchgeführt, wo einzelne Personen die Truppen bedrohten.“ Der Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, Brian Tribus, gab zu, dabei könnte versehentlich eine nahe gelegene medizinische Einrichtung getroffen worden sein. Der Vorfall werde nun überprüft.

In einer Stellungnahme der US-Botschaft in Afghanistan wurde bekannt gegeben, man trauere um die Menschen, die von dem „tragischen Zwischenfall“ in dem Krankenhaus betroffen seien, sowie um deren Familien.

Ärzte ohne Grenzen hatten die Geodaten ihrer Einrichtungen mehrfach an alle kämpfenden Parteien durchgegeben. Die Vereinten Nationen äußerten scharfe Kritik an dem Bombenangriff auf die Klinik. „Krankenhäuser, in denen sich Patienten und medizinisches Personal befinden, dürfen niemals zum Angriffsziel werden“, betonte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom.

Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden alle Konfliktparteien über die genaue Lage ihrer Einrichtung vorsorglich mehrfach informiert, zuletzt am 29. September. Nach Beginn des nächtlichen Luftangriffs habe man zudem erneut Kontakt mit dem amerikanischen und afghanischen Militär hergestellt; dennoch wurde das Bombardement noch mehr als 30 Minuten weitergeführt.

Seit einigen Tagen wurden nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen in der Klinik 394 Verletzte medizinisch betreut. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs befanden sich 105 Patienten, Angehörige und gut 80 Mitarbeiter in dem Gebäude.

Die Organisation verbreitete Bilder von der in Flammen stehenden Klinik und den massiven Schäden. Auf einem Foto versorgen Ärzte in einem überfüllten kleinen Raum verwundete Patienten und Mitarbeiter.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 USA bombardieren Krankenhaus in Afghanistan




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Tagesspiegel“, tagesspiegel.de

Schlagwörter: Afghanistan, Ärzte ohne Grenzen, Klinik, Kunduz, Kundus, Luftangriff, MSF, US-Jets, Bombardierung, Ärzte, Patienten, NATO, Eroberung, Taliban, USA, Streitkräfte, Militär, Kampf