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Ruanda/Kongo: Rebellen üben Rache an Zivilbevölkerung

Meldung vom 30.04.2009

Aus Furcht vor Rachakten der Forces Democratiques de Liberation du Rwanda (FDLR) haben sich 100.000 Zivilisten aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo zurückgezogen und befinden sich auf der Flucht. Eine Serie von Überfällen der FDLR-Rebellen auf mehrere Dörfer rund 170 Kilometer nördlich von Goma habe „eine Spur der Verwüstung hinterlassen“, meldete das UN-Flüchlingshilfswerk UNHCR. Das Ökumenische Netz Zentralafrika appellierte an die Bundesregierung, die UN-Friedensmission MONUC zu unterstützen und Einfluss auf die kongolesische Regierung zu nehmen, damit Zivilisten geschützt werden.

Nachdem die gemeinsame Militär-Aktion von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (Mission „Umoja Wetu“) in der Provinz Nord-Kivu beendet worden war, seien rund 100 Menschen getötet, ungezählte Frauen und Mädchen vergewaltigt und bis zu tausend Häuser zerstört worden, gab das Ökumenische Netz Zentralafrika bekannt. Die UN Blauhelm-Mission MONUC nähme ihren Schutzauftrag nicht ausreichend wahr, humanitäre Organisationen könnten nicht zu den Opfern und Vertriebenen gelangen.

Nach einem Bericht des UNHCR griffen FDLR-Rebellen unter anderem das Dorf Luofu an, ermordeten zwei Erwachsene und fünf Kinder und brannten 255 Häuser nieder. „Voller Panik verbrachten die Bewohner die Nacht im Busch, während andere in die nächste Stadt Kirumba flohen. Auch Kirumba ist mittlerweile von der FDLR eingeschlossen. Sie droht die Stadt einzunehmen“, so das UNHCR.

Viele Vertriebene verbergen sich in den Wäldern und warten dort ohne Aussicht auf Hilfe, berichtet das UNHCR. Hilfsorganisationen gelingt es aufgrund der unübersichtlichen Lage nicht, die Hilfsgüter an Bedürftige zu verteilen. Die FDLR sei außerdem dazu übergegangen, Lastwagen auf der Hauptstraße zu überfallen, die Lubero im Süden mit Goma, im Norden mit Beni und mit der ugandischen Grenze verbindet.

Die vertriebenen Zivilisten, die mit UNHCR-Mitarbeitern sprachen, drückten ihre große Sorge über die Situation aus: „Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Wir fliehen jeden Tag, wir schlafen im Wald, wir haben Angst vor Angriffen,“ erklärt ein Ladenbesitzer.

Die FDLR verübte zahlreiche Vergeltungsakte gegen Zivilisten in Nord Kivu, nachdem die Regierungsarmeen der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und Ruanda vor etwa sieben Wochen ihre militärische Offensive beendet und die Region verlassen hatten, ohne für Schutz der Zivilisten zu sorgen. Die FDLR besteht hauptsächlich aus ruandischen Hutus, die sich 1994 nach dem Völkermord in Ruanda in den Kongo zurückzogen.

Das Leid der Menschen im Kongo ist furchtbar. Viele der Flüchtlinge sind schon mehrfach vertrieben worden. Familien wurden auseinandergerissen. Die Gesetzlosigkeit und die Unsicherheit in der Region, sowie das unglaubliche Ausmaß der Not machen Hilfsaktionen nahezu undurchführbar.

Das Auswärtige Amt solle Druck auf die kongolesische Regierung ausüben, die mit ihrer Armee FARDC und der MONUC den Schutz der Bevölkerung vor der FDLR sicherstellen müsse, ermahnt das Ökumenische Netz Zentralafrika in Berlin. In der Stärkung der MONUC sieht Ilona Auer-Frege, die Koordinatorin des Ökumenischen Netzes, den einzigen Ausweg aus der Konfliktsituation in der Kivu-Region. Die im Rahmen der Vereinten Nationen im Dezember beschlossene Aufstockung der MONUC um weitere 3.000 Blauhelmsoldaten müsse endlich realisiert werden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de