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Global: Afrika kämpft mit einer flächendeckenden Hungerkrise

Meldung vom 18.03.2016

Mehr und mehr Länder in Afrika leiden unter den Folgen einer verheerenden Dürre. Das Wetterphänomen El Niño hat zwar seinen Höhepunkt überschritten, doch die ernsthaften Folgen werden erst im Laufe des Jahres zum Tragen kommen. Entwicklungsorganisationen sagen eine neue Hungerkatastrophe in Afrika voraus – hervorgerufen sowohl durch anhaltende Dürre als auch durch heftige Regenfälle.

Starke Dürren einerseits, besonders heftiger Niederschlag andererseits – das Wetterphänomen El Niño sorgt für Ernteausfälle in etlichen afrikanischen Staaten. Auf einen Schlag werden die gesamten Errungenschaften der Entwicklungsarbeit zerstört. In Simbabwe zum Beispiel haben die Menschen nicht einmal ihre Felder neu besät, berichten Hilfsorganisationen. Und die, die es versucht haben, hätten kaum eine Aussicht auf Erträge.

Der Einbruch bei den Ernten lasse sich vielerorts auf mehr als 50 Prozent beziffern. So gerate die Regierung Simbabwes zunehmend in einen Engpass. Das Land würde zwar gerne Mais einführen, um für seine Leute zu sorgen, aber auch die Nachbarländer hätten nur leere Getreidesilos vorzuweisen.

Weiter nördlich ist die Lage ebenfalls alptraumhaft: Der Südsudan stürzt gerade in den Abgrund. Mehr als vier Millionen Menschen leiden schon Hunger. Aber die Welt schaut weg. Das funktioniert noch, weil die Menschen aus dem Südsudan nicht an den Küsten Europas stranden, so ein Leiter einer Hilfsorganisation. Wie viele Hungernde es in Eritrea sind, darüber liegen noch keine genauen Zahlen vor. Anhaltende Regenfälle haben dagegen in Kenia und Uganda zu schweren Überschwemmungen geführt. Die enorme Dürre und die starken Regenfälle in diesen Monaten haben eine gemeinsame Ursache: El Niño.

Üblicherweise treiben Passatwinde große Mengen von warmem Oberflächenwasser über den Pazifik von Südamerika nach Südostasien. Wirkt sich aber El Niño aus, wendet sich die Strömungsrichtung. Die riesigen Mengen des warmen Wassers können dann in großen Teilen der Erde Wetterextreme bewirken. Die Strömungsänderung kommt alle drei bis sieben Jahre vor. El Niño lässt sich nicht auf die globale Erwärmung zurückführen, aber er verschlimmert den Klimawandel und seine Folgen deutlich, zumindest für eine gewisse Zeit.

„Das ganze Ausmaß wird erst im Mai oder im Juni ersichtlich werden“, meint Regina Feindt, Landesdirektorin der Welthungerhilfe in Simbabwe. In einem Großteil des Landes herrscht deutlich zu viel Trockenheit. Bereits 2015 fielen die Ernten um mehr als die Hälfte geringer aus. Schon zu der Zeit hatte die US-Wetterbehörde NOAA einen Mega-El-Niño vorausgesagt. Etliche Organisationen haben aufgrund der schlimmen Eskalation die üblichen Grundsätze der Entwicklungshilfe bereits aufgegeben: Nahrungsmittel und Saatgut werden frei ausgegeben ohne irgendwelche Bedingungen.

Mit Krisensituationen kennen sich die Menschen in den betroffenen Regionen zwar aus. Für gewöhnlich verzichten sie dann auf Mahlzeiten, veräußern Eigentum oder streichen gar den Schulbesuch ihrer Kinder, damit diese wegen der Trockenheit nötige zusätzliche Arbeit auf sich nehmen. Aber das gegenwärtige Ausmaß geht weit über alles Verkraftbare hinaus, die traditionellen Handlungsmuster reichen nicht mehr, um die extreme Krise zu überleben.

Zwar gab die Weltorganisation für Meteorologie im Februar 2016 an, dass das Wetterphänomen schon im Abklingen sei. „Dennoch werden wir die Auswirkungen noch das ganze Jahr über zu sehen bekommen“, sagt Iris Menn von der Christoffel-Blindenmission. Der Höhepunkt von El Niño sei vorbei, aber die Folgen werden die Menschen noch einige Zeit lang betreffen.

Besonders schwer wurde Äthiopien von dem Wetterphänomen getroffen. Das ostafrikanische Land ringt mit der schwersten Dürre in den letzten 30 Jahren. 2015 fiel kein Tropfen von dem begehrten Frühlingsregen, die Folge waren Ernteeinbrüche von 50 bis 90 Prozent. Mittlerweile sind die Saatgutreserven aufgebraucht. Wenn es zu wenig Getreide gibt, sterben auch die Tiere. Die Milchproduktion geht zurück. Schon im April 2016 könnten mehr als zehn Millionen Menschen in Äthiopien mit einer akuten Hungerkrise kämpfen, betont die internationale Hilfsorganisation Care.

Viel zu spät hat die äthiopische Regierung – so die Meinung vieler Entwicklungshilfe-Organisationen – einen Hilfsappell ausgesandt. Eigentlich will Staatschef Mulatu Teschome nach außen das Bild abgeben, dass Äthiopien die Probleme unter Kontrolle hat. Tatsächlich hat sich das Land zwar besser als andere afrikanische Länder gewappnet, um Nahrungsmittelknappheit zu überbrücken. Doch die gegenwärtige Dürre überschreitet auch hier den Handlungsspielraum der Regierung.




Quelle: „Klimaretter. Info“, www.klimaretter.info

Schlagwörter: Globale Projekte, Hunger, Hungerkrise, Klima, El Niño, Dürre, Ernte, Ernteeinbrüche, Ernteausfälle, Saat, Regenfälle, Überschwemmungen, Wetter, Äthiopien, Südsudan, Simbabwe