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Äthiopien: Viehdiebstähle – 200 Menschen getötet

Meldung vom 19.04.2016

In einer ländlichen Region in Äthiopien wurden mehr als 200 Menschen getötet. Volksgruppen aus dem Südsudan fielen nach Äthiopien ein, um Vieh zu stehlen. Dabei massakrierten sie die äthiopischen Dorfbewohner. Auf die Zusammenhänge macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aufmerksam. Sie sieht die Gefahr einer Eskalation der Gewalt bei Viehdiebstählen in der Grenzregion zum Südsudan.

„Viehdiebstahl gibt es seit Generationen im Südsudan. Doch mit Sorge beobachten wir, dass die Überfälle brutaler werden und immer mehr Menschenleben kosten. Schuld daran ist die große Verbreitung von Kleinwaffen aufgrund des Bürgerkriegs, die wachsende Verarmung der Hirtenvölker und ländlichen Bevölkerung sowie der Mangel an staatlicher Ordnung im Südsudan“, warnte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius in Göttingen.

Es sei unbedingt notwendig, dass die Regierungen Ostafrikas die Entwaffnung der Zivilbevölkerung herbeiführen, die ländliche Entwicklung zur obersten Priorität machen und die Polizei besser ausstatten. Nur so kann man Viehdiebstähle verhindern, erklärte Delius. Jedes Jahr kommen zwischen 1.500 und 2.000 Menschen bei Viehdiebstählen im Südsudan ums Leben.

Aktuell wurde der GfbV gemeldet, dass am letzten Freitag (15.04.2016) mindestens 201 Menschen bei einem Überfall von Angehörigen des Volkes der Murle massakriert wurden. Die Angreifer stammen aus dem Südsudan und stürmten zehn Dörfer von dem Stamm der Nuer in der Provinz Gambella in Äthiopien. Bei dem Angriff starben mindestens 141 Nuer – zumeist Frauen und Kinder – sowie 60 Murle. Innerhalb des Südsudan sowie im Grenzgebiet zu Äthiopien und Kenia treten alljährlich Dutzende von Viehdiebstählen mit vielen Toten auf. Allein bei Stammesrivalitäten zwischen den Murle und Nuer kamen 3.000 Menschen zwischen den Jahren 2009 und 2012 ums Leben. Weihnachten 2011 mussten sogar 50.000 Personen wegen der ausbrechenden Kämpfe zwischen beiden Gruppen ihr Heim verlassen.

Die zunehmende Militarisierung des Südsudan verschärfe die Unruhen. Denn sie mache nicht nur die Beschaffung neuer Kleinwaffen sehr einfach, sondern vernichte auch die traditionelle soziale Ordnung und das Wertesystem. So bilden Jugendliche neue Gruppierungen, um gemeinsam Vieh zu erbeuten. Auch versinkt die ländliche Bevölkerung in bittere Armut, da die südsudanesische Regierung ihre Gelder vor allem in ihre Armee steckt und die ländliche Entwicklung völlig aus den Augen verliert, so die GfbV.

Auch die wuchernde Korruption trägt zur Verarmung in den ländlichen Gebieten bei. Vieh ist der wichtigste existenzielle Faktor bei den Hirtenvölkern. Es ist gleichzusetzen mit einem Sparbuch, einem Supermarkt und dient auch der Zukunftssicherung. Denn wenn junge Männer eine Frau suchen, müssen ihre Familien den Brautpreis in Rindern bezahlen. Doch dieser Brautpreis geht stetig in die Höhe, dies sorgt für noch mehr Aggressionspotenzial, berichtete die GfbV.

Auch der Klimawandel und die dadurch zunehmenden Streitigkeiten um die Nutzung von Weiden und Wasserstellen bringen die Menschen gegeneinander auf. So müssen Hirtenvölker bei längeren Dürren nach neuen Weideflächen Ausschau halten und verwickeln sich dabei häufig in territoriale Kämpfe mit benachbarten ethnischen Gruppen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Äthiopien, Viehdiebstahl, Stämme, Weiden, Armut, ländliche Region, Klima, Dürren, Massaker, Südsudan, ethnische Kämpfe, Stammesrivalitäten, Hunger, Murle, Nuer, Entwaffnung, Militarisierung, Kleinwaffen, Bürgerkrieg, Bewaffnung, Hirten, Hirtenvölker, Wasser, Wasserstellen