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Indien: Taschen voller Scheine – Indiens Bargeld-Reform sorgt für Durcheinander

 
Meldung vom 28.11.2016

In Indien sorgt die Bargeld-Reform für großes Chaos. Die Bankautomaten sind leer, es gibt nicht genügend neue Scheine als Wechselgeld für die ungültig gewordenen Banknoten. Manch ein Geschäftsmann, der sein Bargeld umtauscht, muss mit prall gefüllten Taschen voller kleiner Scheine die Bank verlassen. Zahlreiche Analysten haben Indien wegen seiner radikalen Bargeld-Reform einen kurzfristigen wirtschaftlichen Einbruch prognostiziert. Auch der indische Ex-Premier und über Parteigrenzen hinweg geschätzte Ökonom Manmohan Singh beurteilt die jetzige Lage als negativ.

Er kritisiere nicht das Ziel der Reform – aber sie sei katastrophal schlecht vorbereitet gewesen. „Sie fügt den einfachen Bürgern extremes Leid zu und wird das BIP-Wachstum um zwei Prozentpunkte nach unten ziehen.“

Am 9. November hatte die indische Regierung ohne Vorwarnung alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien (1,38 Euro) aus dem Verkehr gezogen. Neues Bargeld erhält nur, wer die alten Scheine am Schalter wechselt oder vorher auf ein Konto einzahlt. Ziel der Kampagne ist es, gegen die bei Fiskus und Behörden nicht gemeldete Schattenwirtschaft anzugehen.

Auch wenn viele Analysten davon ausgehen, dass die Reform auf lange Sicht der indischen Wirtschaft dienen wird, werden die kurzfristigen Auswirkungen hauptsächlich als negativ eingeschätzt. Ambit Capital, ein indisches Analysehaus, stellt fest: „Der Bargeldmangel wird kurzfristig die indische Wirtschaft lähmen.“

Von Oktober 2016 bis März 2017 werde die indische Wirtschaft deshalb nur um 0,5 statt der zuvor angenommenen 6,4 Prozent im Jahresvergleich zulegen. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs und das japanische Analysehaus Nomura berichtigten ihre Wachstumsprognosen für Indien im laufenden Jahr nach unten – allerdings nur um jeweils rund einen Prozentpunkt.

Die Ratingagentur Moody's gab bekannt, dass die Neuregelung „die Wirtschaft kurzfristig signifikant belasten und zu langsamerem Wachstum führen wird, aber langfristig die Steuereinnahmen ankurbeln kann“. Der Konkurrent Fitch kommentierte dazu: „Ein deutlicher Rückgang beim Wachstum im aktuellen Quartal ist sehr wahrscheinlich, für das Gesamtjahr könnte er jedoch moderat ausfallen. Das hängt zu einem großen Teil davon ab, wie lange die Bargeld-Knappheit anhält.“

Das indische Parlament ist wegen des Themas praktisch seit mehr als einer Woche gelähmt. Die am 16. November gestartete Sitzungsperiode beschäftigt sich hauptsächlich damit, dass die Opposition erfolglos eine Abstimmung über die Entscheidung verlangt. Der größte Vorwurf besteht darin, dass der armen Landbevölkerung überhaupt keine Möglichkeit gegeben werde, das alte Geld umzutauschen. Die Mehrheit der auf dem Lande lebenden Inder verfügt nicht über ein Bankkonto. Auch in den Städten kämpfen die Menschen noch immer mit Bargeld-Knappheit. Vor den meisten Bankfilialen bilden sich jeden Tag lange Schlangen, denn um einen gefüllten Geldautomaten zu finden, braucht man viel Glück.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Indien: Radikale Bargeldreform




Quelle: „Stuttgarter Nachrichten“, www.stuttgarter-nachrichten.de

Schlagwörter: Indien, Bargeld, Bargeldreform, Scheine, Banknoten, Geld, Wirtschaft, Rating, Wirtschaftswachstum, Geldautomaten, Umtausch, Wechsel, Landbevölkerung, Steuern, Steuereinnahmen, Schattenwirtschaft, Schwarzgeld, Rupien, Währung, Bargeld-Knappheit