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Äthiopien: Neue orangefarbene Pumps? – Schuhindustrie zwischen Kinderarbeit und Umweltbelastung

 
Meldung vom 09.02.2017

Für Frauen unwiderstehlich – neue Pumps. Doch woher kommen die vielen Schuhe? 550 Unternehmen aus 31 Ländern präsentieren auf der Mode-Messe in Düsseldorf ihre neuesten Kollektionen an Damen-, Herren- und Kinderschuhen, Taschen, Gürteln, Kleinlederwaren und weiteren Accessoires.

Die schönen farbigen, luxuriösen und geschmeidigen Artikel verweisen in nichts auf das Elend, in dem sie hergestellt werden. Denn die Lederindustrie stellt vorrangig in Niedriglohnländern her und die Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern sind erschreckend. Dort, wo Menschen mit Hunger und Dürre konfrontiert sind, „klaut“ man ihnen für die Lederindustrie auch noch das letzte Wasser. Besonders betroffen davon ist Äthiopien.

Noch nie waren Schuhe so preiswert wie heute. Musste man früher mindestens den Lohn von 2 Tagen für ein Paar entrichten, reicht heute schon der Lohn von 2 Stunden aus, um modisch im Trend zu liegen. Immer wieder entdecken Landesuntersuchungsämter jedoch gefährliche Gifte und krebserregende Substanzen in Schuhen.

Frauen und Schuhe, gegen diese Obsession (Besessenheit) kommt keiner an. Im Durchschnitt nennt in Deutschland jede Frau mehr als 13 Paar Schuhe ihr eigen. Beim Gerben des Leders werden Chemikalien verwendet. Besonders in Verruf geraten ist dabei das sogenannte Chrom VI, welches als hochallergen gilt. Dem Stoff wurde krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung nachgewiesen.

Immer wenn man sich ein Modeprodukt aus Leder kauft, sollte man sich den Beginn der Schöpfungskette für dieses Produkt vor Augen führen. Nicht selten müssen Kinder in der Lederindustrie unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Sie kommen Tag für Tag in Berührung mit giftigen Chemikalien.

Schuhe werden heute überwiegend im Ausland hergestellt und der benötigte Rohstoff Leder ebenso. Ganz vorne stehen China, Indien, Bangladesh, Pakistan und Taiwan, um nur einige zu nennen. Bei der Herstellung von billigstem Leder für den Weltmarkt wird sich nicht um faire Arbeitsbedingungen gekümmert. Kinderarbeit, Ressourcenklau und Umweltverschmutzung werden blindlings in Kauf genommen.

Und es muss immer noch billiger werden: Im Zuge eines umfassenden Strukturwandels sind große Teile der Schuhindustrie in den letzten Jahren nach Afrika abgewandert. Eine Vorreiterrolle kommt dabei Äthiopien zu. Das ostafrikanische Land will sich vom Rohhautlieferanten zum Schuhexporteur mausern.

Äthiopien bietet dafür gute Voraussetzungen: Es gibt unzählige Arbeitskräfte, die äthiopischen Arbeiter gelten für afrikanische Verhältnisse vergleichsweise als leistungsstark und diszipliniert. Außerdem sind sie extrem billig. Äthiopien verfolgt den ehrgeizigen Plan, sich in den kommenden Jahren als ein neues internationales Zentrum der Textil-, Bekleidungs- und Lederproduktion einen Namen zu machen.

Gegenwärtig gibt es in Äthiopien 28 Ledergerbereien und 18 Schuhfabriken. Äthiopien bekommt dafür Aufbauhilfe: Es erhält Maschinen und Geräte für die Textil- und Lederindustrie größtenteils aus der Türkei. Das Unternehmen Akgün-Gruppe will ein kleines Lederimperium in Äthiopien aufbauen. Jedoch stieß das neue äthiopisch-türkische Projekt, der Bau eines Gewerbegebiets, auf Hindernisse. Die anfängliche Baustelle befindet sich genau im Einzugsgebiet vom Staudamm des Legedadi. Von dem Ort werden 50% der 3 Millionen Einwohner von Addis Abeba mit sauberem Trinkwasser versorgt. Wenn man bedenkt, dass Äthiopien im letzten Jahr von einer verheerenden Dürre heimgesucht wurde, ist der künftig geplante Wasserverbrauch für die Lederindustrie ein Skandal.

Auch Kinderarbeit lässt sich aus der Leder- und Schuhproduktion in Entwicklungsländern nicht wegdenken. Die Kinder kommen dort zum Einsatz, wo ihre kleinen Körper nützlich sind. Sie ziehen zum Beispiel Leder aus den Wasch- und Färbetrommeln heraus. Das gefärbte Leder ist oft mit den gefährlichen Chromsalzen versetzt worden. Trotzdem berühren die Kinder und die erwachsenen Arbeiter die mit Chemikalien verseuchten Rohstoffe mit bloßen Händen – denn Schutzkleidung fehlt völlig. Und Kontrollinstanzen gibt es in den Niedriglohnländern nicht.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Äthiopiens Schuhträume




Quelle: „netzfrauen“, www.netzfrauen.org

Schlagwörter: Äthiopien, Schuhe, Leder, Schuhindustrie, Lederindustrie, Kinder, Kinderarbeit, Vergiftung, Umweltbelastung, Wasser, Wasserverbrauch, Dürre, Chrom, Gifte, krebserregend, Substanzen, Ressourcen, Niedriglohnländer, Herstellung, Produktion, Türkei, Weltmarkt, Chemikalien, Schutzkleidung