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Äthiopien: Nestlé gräbt den Menschen das Wasser ab

Meldung vom 03.03.2017

Lange Zeit wollte der Lebensmittelkonzern Nestlé seine profitgierigen Management-Pläne in Entwicklungshilfeländern vertuschen. Doch inzwischen lässt sich nicht mehr verheimlichen, dass der Nahrungsmittelgigant ganz groß in das Geschäft mit der kostbarsten Ressource der Welt eingestiegen ist – es geht um Wasser! Trotz der Dürre-Katastrophe in vielen afrikanischen Ländern gräbt Nestlé den Menschen das Wasser ab – neue Abfüllanlagen in Äthiopien und Nigeria sollen entstehen. Den durstenden Menschen soll Trinkwasser teuer verkauft werden. Das Wasservorkommen aus ihrem eigenen Land soll dafür angezapft werden und die Grundwasserspiegel sinken.

Nestlé hat weltweit Wasserrechte gekauft, auch in Regionen, die von großer Trockenheit gezeichnet sind. Nestlé Waters will mit seinem Wassergeschäft groß nach Nigeria und Äthiopien expandieren. Mehr als 10 Millionen Menschen in Äthiopien, darunter 5,65 Millionen Kinder, ringen mit der schlimmsten Dürre seit mehr als 20 Jahren. In Nigeria zeichnet sich dieselbe Tragödie ab. Dort kommt erschwerend der Kampf der Nomaden mit ihren Viehherden um Land und Wasserstellen hinzu. Immer wieder kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Stämmen. Trotzdem verschärft Nestlé diesen Konflikt und errichtet auf einem 14,6 Hektar großen Gelände eine neue Wasser-Fabrik für die Marke Pure Life.

Trinkwasser kommt nicht nur aus der Leitung. Es lässt sich abgefüllt auch gewinnbringend verkaufen. Genau diese Strategie verfolgt der Lebensmittelriese Nestlé. Mit weitreichenden Konsequenzen für Mensch und Natur. Bereits 2014 meldete die Handelszeitung, dass Nestlé eine Abfüllanlage in Äthiopien plane. Die lokale Produktion solle den Zugang zum äthiopischen Markt mit seinen über 90 Millionen Einwohnern leichter ermöglichen. Dazu habe der Konzern ein Abkommen mit dem äthiopischen Produzenten Great Abyssinia geschlossen, dem größten Mineralwasserproduzenten des Landes.

Anfang Mai 2016 war es dann offiziell: Nestlé gab bekannt, dass die Nestlé-Tochter Nestlé Waters in Äthiopien gemeinsam mit den Besitzern des lokalen Getränkeherstellers Abyssinia Springs ein Joint Venture-Unternehmen ins Leben gerufen hat. Vorgesehen ist, dass das Unternehmen in Sululta nahe der Hauptstadt Addis Abeba in der dortigen Anlage auf nachhaltiger Basis Wasser in Flaschen abfüllt und diese im ganzen Land zum Verkauf anbietet. Doch kann man nachhaltig Wasser abfüllen in einem Land, in dem seit Monaten Millionen Menschen Hunger und Durst leiden, ausgelöst durch eine große Trockenperiode?

Great Abyssinia vertreibt schon seit über zehn Jahren Wasser und stellt täglich 400.000 Halbliterflaschen davon her. Wasser, das sich die Menschen, die gerade um ihr Leben kämpfen, nie leisten können.

Dabei muss Nestlé immer wieder mit Widerstand rechnen. Selbst in den USA sind Anwohner wegen Abfüllwerken von Nestlé vor Gericht gezogen, weil der Grundwasserspiegel gesunken ist. In Südafrika stoßen diese Extreme ebenfalls aufeinander. Dort liegt ein Slum direkt neben der Wasserfabrik. Die Menschen dort müssen inmitten von Müll, Ratten, ohne fließendes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen überleben. Seit 2011 hat sich Nestlé dort niedergelassen. 282.000 Liter Trinkwasser laufen hier täglich vom Fließband. Der unterirdische Schatz wurde nun umbenannt in Pure Life.

In vielen Ländern zapft Nestlé Wasser an und wirft es für viel Geld in Plastikflaschen auf den Markt, während die Bevölkerung immer weniger an gesundes Wasser kommt. Nestlé ist inzwischen dazu übergegangen, seine Firmenstrategie offensiv zu verteidigen. Das Unternehmen vertrete den Standpunkt, dass – bei über den persönlichen Grundbedarf hinausgehenden Mengen – Anreize geschaffen werden sollten, sparsam mit der Ressource Wasser zu verfahren. Angemessene Preise, die die Knappheit und den Wert von Wasser verdeutlichen, könnten hierzu beitragen, lautet es in dem Statement. „Wenn etwas kein Wert gegeben wird, tendieren die Menschen dazu, es zu verschwenden“, betont Konzernchef Paul Bulcke.




Quelle: „netzfrauen“, www.netzfrauen.org

Schlagwörter: Äthiopien, Nestlé, Lebensmittelkonzern, Nestlé Waters, Pure Life, Wasser, Ressource, Dürre, Grundwasserspiegel, Grundwasser, Durst, sanitäre Anlagen, Trinkwasser, Flaschen, Herstellung, Produktion, Abfüllanlagen, Slums, Profit