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Global: Smart Cities auf dem Vormarsch

Meldung vom 16.06.2017

Seit einigen Jahren ist ein immer größerer Medienrummel um das Konzept von Smart Cities entstanden. Geträumt wird von Städten, die nachhaltig sind, energiesparend, die eine optimale Vernetzung ihrer Bürger gewährleistet und vieles mehr. Einige Länder sind schon dabei, den Traum von der Smart City zu verwirklichen. Die notwendigen technischen Mittel sind bereits vorhanden: Eine Stadt kann bereits mit Sensoren, einer überall verfügbare Netzverbindung, der „Cloud“ und Data Analytics-Funktionen sowie Plattformen für das Internet ausgestattet werden – die intelligente Stadt ist in unmittelbarer Reichweite!

Smart City ist ein Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die danach streben, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, umweltschonender, naturbelassener und sozial vernetzter zu gestalten. Diese Konzepte umfassen technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen.

Smart City ist ein Begriff, der seit den 2000er Jahren von unterschiedlichen Akteuren in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtplanung gebraucht wird, um technologiebasierte Veränderungen und Innovationen in urbanen Räumen zu definieren. Die Idee der Smart City ist eng verknüpft mit der Nutzbarmachung digitaler Technologien und soll zugleich eine Antwort sein auf die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen, mit denen postindustrielle Gesellschaften um die Jahrtausendwende konfrontiert sind.

Begegnet werden soll mit diesem Konzept der zunehmenden Umweltverschmutzung, der Veralterung der Gesellschaft, dem Bevölkerungswachstum, der Finanzkrise und der Energie- und Wasserknappheit. Genauer gesagt, integriert der Begriff auch nicht-technische Innovationen, die zum besseren und nachhaltigeren Leben in der Stadt verhelfen. Dazu gehören beispielsweise Konzepte des Teilens von Verkehrsmitteln (Share Economy) oder zur Bürgerbeteiligung bei Großbauprojekten. Die Potentiale der Smart City kommen erst im Rahmen eines kooperativen Beziehungsgeflechts zwischen Bürger, Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur Geltung.

Die hochentwickelte Smart City könnte beispielsweise mit Sensoren versehen sein, die sämtliche erfassten Daten in der Cloud verfügbar machen. So entsteht eine ständige Interaktion zwischen Stadtbewohnern und der sie umgebenden Technologie. Die Stadtbewohner gehen so ein in die technische Infrastruktur einer Stadt.

In den Smart-City-Visionen wird auch das Thema Nachhaltigkeit groß geschrieben. Seit den 90er Jahren besteht das Streben nach einer nachhaltigen Entwicklung, also einer Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart stillt, ohne die Bedürfnisse späterer Generationen zu gefährden. Gründe für dieses Umdenken sind Herausforderungen wie der Klimawandel und die Grenzen des Wachstums.

Es gibt aber auch negative Stimmen: Marktstrategen werden kritisiert, dass die Smart City nicht mehr als ein modisches Schlagwort sei, und dass das Konzept auch Gefahrenpotenzial berge – vor allem wird die Möglichkeit der Überwachung durch Kameras und Sensoren bzw. des Missbrauchs dieser Technologien als Risiko angeführt. So ist beispielsweise in China vorgesehen, das Sozialverhalten der Bürger zu bewerten („Social Scoring“).

Eine der führenden Nationen, die das Konzept der Smart Cities zur Anwendung bringen will, ist Indien. Für Städte wie Kochi (Bundesstaat Kerala), Coimbatore (Tamil Nadu) und Bhubaneswar (Odisha) wurden vielversprechende Pläne für eine smarte Zukunft entworfen, von denen die Stadtbewohner, Geschäftsleute und die Gesellschaft gleichermaßen begünstigt werden.

So ist im Westen von Indien mit Gujarat International Finance Tec City (GIFT) bereits ein konkretes Projekt in Angriff genommen worden. Finanzspritzen in Milliardenhöhe sollen die Stadt Gujarat nicht nur zu der ersten echten Smart City in Indien machen, sondern diese auch konkurrenzfähig mit den großen globalen Finanzmarktplätzen wie Hong Kong, London, New York und Singapur machen. Die Wertpapierbörse Bombay Stock Exchange hat bereits eine internationale Börse in GIFT gegründet. Darüber hinaus schießen dort derzeit überall Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden. Auch die Netzinfrastruktur wird stark ausgebaut, die die Grundlage für die Smart City bildet.

Das Konzept einer Smart City ist in Indien unumgänglich für den Bereich der Stadtentwicklung, da Verkehrsstaus und Stromausfälle oft das Stadtleben lahmlegen. Entsprechende Projekte sollen Lösungsvorschläge für das explosionsartige Städtewachstum hervorbringen. Zudem sollen stärker vernetzte IT- Systeme der Verkehrssteuerung, Parkplatzsuche, Kommunikation, dem Energiemanagement und vielen weiteren Themen dienlich sein.

Besonders faszinierend an den Projekten ist die Tatsache, dass sich diese nicht nur auf die Städte begrenzen. Der Bundesstaat Rajasthan im Nordwesten von Indien hat sich die Entwicklung von über 3.000 smarten Dörfern zum Ziel gesetzt. Dort werden Versorgungssysteme vernetzt, um so den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern. Weiterhin hat sich die Regierung den Ausbau von WLAN-Netzen vorgenommen und es entstehen E-Libraries, eine intelligente Straßenbeleuchtung sowie E-Health-Stationen.

Aber auch in Deutschland geht es los: Da haben die Experten eher die Verbesserung von innerstädtischen Verkehrsnetzwerken sowie von der Wasserversorgung und der Abfallentsorgung im Auge. Außerdem wird an den effizienteren Beleuchtungssystemen und Heizanlagen für Gebäude gearbeitet. Darüber hinaus wird aber auch daran getüftelt, mit smarten Systemen die Bürger mehr in die Stadtverwaltung zu integrieren, die Sicherheit an öffentlichen Plätzen zu optimieren sowie den Anforderungen einer alternden Bevölkerung gerecht zu werden.

Aber auch in Großbritannien verfolgt man das Konzept der Smart Cities, wie beispielsweise in Glasgow, Milton Keynes und Cambridge. In Bristol stehen die Herausforderungen der Luftverschmutzung sowie die Unterstützung von älteren Menschen im Fokus. In der Testphase befindet sich die Interaktion von Maschinen untereinander: So erfinden Unternehmen gerade autonome Fahrzeuge, die über Funktechnologie mit der Smart City-Infrastruktur in Kontakt sind. Neue Unterhaltungsmöglichkeiten versprechen Videoinstallationen, die über Sensoren auf ihre Umgebung reagieren.

In Asien ist insbesondere Singapur ein Vorreiter in Sachen Smart City: Hier bildet sich gerade das vermutlich anspruchsvollste Projekt für die Datenerhebung und Datenanalyse innerhalb einer Smart City-Initiative heraus. Über die ganze Stadt verteilte Sensoren und Kameras kontrollieren kontinuierlich die Menschendichte und den Verkehrsfluss. Das übergeordnete Ziel besteht darin, künftig schnell bei sich ausbreitenden Infektionskrankheiten handeln zu können und bei Naturkatastrophen die Rettungskräfte besser koordinieren zu können.




Quelle: „Computerwoche“, www.computerwoche.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Smart City, Entwicklungsprojekt, Städetbau, Indien, Nachhaltigkeit, Technologie, Klimawandel, Ressourcen, digitale Vernetzung, Sensoren, Überwachung, Energiesicherheit, Cloud, Umweltverschmutzung, Infrastruktur, Gujarat, Singapur