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Syrien: Erneut Bombenangriffe auf Daraa – Tausende stranden verletzt an der jordanischen Grenze

 
Meldung vom 06.07.2018

Tausende Verletzte, darunter auch Kinder, haben sich nach erneutem Bombenhagel auf die syrische Stadt Daraa mitten in die Wüste an die jordanische Grenze geflüchtet. Die humanitäre Lage in dieser Wildnis ist katastrophal. Dort kommen die Menschen weder vor noch zurück, da Israel und Jordanien die Grenzen geschlossen haben. Beide Länder versorgen die Menschen aber mit Hilfsgütern.

Die syrische Provinz Daraa gehört zu den letzten Bastionen, die in der Hand oppositioneller Kräfte sind. Verhandlungen zwischen Rebellen und Russland kamen zu keinem Ergebnis. Nun wird die Gegend noch heftiger angegriffen. Die Vereinten Nationen warnen, dass bereits Hunderttausende versuchen, dem Bombenhagel zu entkommen.

In einem jordanischen Armeelazarett in der Nähe der Grenze zu Syrien versorgen Ärzte verletzte und geschwächte Syrer. Die Patienten bestünden zumeist aus Frauen und Kindern, berichtet der Militärarzt Muhammad Jayousi, aber auch aus älteren Menschen und solchen, die behindert oder durch chronische Krankheiten geschwächt sind.

In den Zelten des Lazaretts wurden Feldbetten aufgestellt. Einer der Patienten ist Abu Ziyad, dem gerade ein Verband am rechten Fuß angelegt wird. Die Situation im Südwesten Syriens sei verheerend, schildert er: Kampfflugzeuge, Luftangriffe, Granaten, die Menschen zerfetzt hätten.

Am Donnerstag (28.06.2018) haben die syrische und die russische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele in der Provinz Daraa im Südwesten Syriens noch einmal intensiviert. Die Lage der Flüchtenden werde stündlich ernster, berichtet Anders Pedersen, der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen in Jordanien.

„Die Situation entwickelt sich vom schlimmsten möglichen Szenario zu einem unvorstellbaren. Das müssen wir auf jeden Fall verhindern.“ Am Mittwoch schlugen Verhandlungen zwischen den Aufständischen in der Provinz und der russischen Armee fehl. Kurz darauf wurden die Bombardements verstärkt wieder aufgenommen. Am Donnerstag (05.07.2018) sollen innerhalb weniger Stunden Hunderte von Bomben eingeschlagen haben, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Angaben nicht unabhängig überprüft werden können. Etliche Augenzeugen aus verschiedenen Orten in dem Gebiet haben aber von ähnlichen Zuständen berichtet. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der sich im Süden der Provinzhauptstadt Daraa befindet, nimmt die jetzige militärische Operation als die stärkste seit Beginn der Offensive vor gut zwei Wochen wahr.

Zuerst müsse eine Waffenruhe ausgehandelt werden. Nur dann könne man die humanitäre Katastrophe eindämmen, erklärte der jordanische Außenminister Ayman al-Safadi am Mittwoch (04.07.2018) in Moskau. Seine Regierung habe sich zusammen mit Russland und den USA auf eine Deeskalationszone für die Provinz Daraa verständigt. In dieser Zone dürfen keine Angriffe erfolgen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen schätzt man, dass bis zu 330.000 Menschen zur Flucht gezwungen wurden. Die meisten retten sich an die Grenze zu Jordanien oder in die Nähe der Golanhöhen, die Israel hält. Jordanien lässt flüchtende Syrer derzeit nur ins Land, wenn sie verletzt sind und dringend medizinische Nothilfe benötigen.

Erste Schätzungen gehen von 200 Toten aus. Allein an einem Tag wurden sechzehn tote Kinder gezählt. Inzwischen sind es aber sicherlich weitaus mehr. Israel und Jordanien halten die Grenzen bislang geschlossen. Jordanien hat bereits 1,3 Millionen Syrer aufgenommen, aber die Grenze geschlossen, nachdem 2016 bei einen IS-Selbstmordattentat an einer Grenzkontrollstelle sechs Grenzbeamte getötet wurden. Das Attentat wurde bei einem Flüchtlingscamp in der entmilitarisierten Zone zwischen Syrien und Jordanien verübt. Israel lehnt es strikt ab, syrische Flüchtlinge aufzunehmen, leistet aber medizinische Hilfe.

Jordaniens Außenminister Ayman al-Safadi erklärte dazu, dass das an Ressourcen arme Land „seine Kapazitätsgrenzen erreicht“ habe. „Diejenigen, die Druck auf Jordanien ausüben wollen, würde ich gerne fragen – was haben die anderen gegeben, im Vergleich zu dem, was Jordanien gegeben hat?“ Das äußerte al-Safadi bei einem Treffen mit dem UN-Generalsekretär. „Jordanien hat seine Verantwortung getragen, und, um ehrlich zu sein, hat sie größtenteils alleine getragen. Wir sind dankbar für die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, aber die Hauptlast der Verantwortung lag auf uns.“

Die UN teilte kürzlich mit, mehr als 920.000 Menschen wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 innerhalb von Syrien vertrieben. Das ist die größte Anzahl seit dem Beginn des nun sieben Jahre währenden Krieges.






Quelle: „CNN“, https://edition.cnn.com/

Schlagwörter: Syrien; Flüchtlinge, Bombardierung, Daraa, jordanische Grenze, Jordanien, Israel, medizinische Hilfe, russische Luftwaffe, Bomben, Deeskalationszone, Rebellen, UN, Krieg, Bürgerkrieg