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Uganda: Schmutziger Wahlkampf – Eine Reihe gezielter Morde schreckt Uganda auf

Meldung vom 16.08.2018

Uganda wird von einer Serie gezielter Morde erschüttert. Der Wahlkampf in einer bestimmten Region geht gerade in eine entscheidende Phase. Das Regime hat keine Scheu mehr, zunehmend brutal Oppositionelle und Journalisten zu unterdrücken.

Ein erschreckender Anblick: Blut rinnt über den Fahrersitz, die Leiche des Fahrers trägt ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift „Befreit Uganda!“.

„Die Polizei hat meinen Fahrer erschossen – und dachte, sie hat mich getroffen“, gab Ugandas jüngster Parlamentsabgeordneter Robert Kyagulanyi am Montagabend (13.08.2018) als Stellungnahme zu dem blutigen Foto über das soziale Medium Twitter bekannt. „Mein Hotel ist nun umstellt von der Polizei und dem SFC“ (Spezialeinheiten zum Schutz des Präsidenten). Kurz darauf gibt es auf Kyagulanyis Twitter-Konto nur noch Schweigen. Nur wenige Minuten später wurde der 34-jährige Jungpolitiker und Rapstar, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Bobi Wine“, in seinem Hotelzimmer in der Provinzhauptstadt Arua festgenommen.

Das zeigt den Zustand des Landes, in dem ein Regime, das seit 32 Jahren an den Schalthebeln der Macht sitzt, zunehmend brutal gegen Oppositionelle und Journalisten vorgeht.

In Arua im Nordwesten Ugandas wurden Mittwoch Nachwahlen abgehalten. Der bisherige Abgeordnete, Ibrahim Abiriga, wurde im Juni Opfer eines Killerkommandos. Sein Auto, ein knallgelber VW-Käfer, wurde von Kugeln durchlöchert – er war ein weiteres Ziel in einer Serie gut kalkulierter Attentate, die seit zwei Jahren Uganda in Schrecken versetzen. Bislang laufen die Täter weiterhin frei herum.

Neben Oppositionellen, unter anderem Bobi Wine, zeigte sich auch Ugandas Präsident Yoweri Museveni am Montag in Arua auf einer imposanten Wahlkampfveranstaltung. Die ganze Stadt war auf Trapp, knapp 40.000 Menschen fanden sich ein. Als die Show zu Ende war, bewarfen Oppositionsanhänger das Auto von Präsident Museveni nach amtlichen Angaben mit Steinen. Polizeisprecher Emilian Kayima sagte, „Hooligans“ der Opposition hätten den Präsidenten attackiert, „was inakzeptabel ist – leider wurde in dem Gemenge eine Person schwer verletzt“. Die Polizei habe nur das Feuer eröffnet, um die Menge zu zerstreuen. Die Kugel sei unglücklicherweise ein Querschläger gewesen.

Ugandas Journalisten entlarven dies als Lüge. Ihren Recherchen nach wurde Bobi Wines Fahrer aus einem Hubschrauber erschossen. Das geschah zwei Stunden nach Präsident Musevenis Abreise. Das Attentat ereignete sich in der Nähe des Hotels, in welchem der Musikstar logierte. Sie beschuldigen Musevenis Leibwächter, eine Inszenierung gestartet und ihr Auto selbst beschädigt zu haben. Fernsehaufnahmen zeigen: Polizisten und Spezialeinheiten umzingeln das Hotel, Schüsse sind zu hören. Der Reporter des Fernsehsenders NTV, der live versucht, die Lage in Worte zu fassen, wird von hinten niedergeschlagen. Später dringen weitere Neuigkeiten an die Öffentlichkeit: Er wird inhaftiert – und muss sich wegen Anstiftung zur Gewalt vor Gericht verantworten.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Uganda, Morde, gezielte Morde, Serie, Attentate, Politik, Yoweri Museveni, Regime, Journalisten, Oppositionelle, Wahlkampf, Repression