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Global: Schleichende Eroberung – China sichert sich geostrategische Stützpunkte in Afrika

 
Meldung vom 04.10.2018

Während die USA sich gerade immer mehr in personelle Skandale um einflussreiche Posten verwickeln, freut sich ein Dritter. Im Kampf um ein Amt am höchsten Gericht des Landes reiben sich Republikaner und Demokraten gerade gegenseitig auf. Egal wie das Schauspiel um Donald Trumps Wunschkandidat Brett Kavanaugh endet, dem in mehreren Fällen sexuelle Belästigung von Frauen vorgeworfen wird, ein Verlierer ist schon absehbar: die amerikanische Demokratie.

Während Amerika mal wieder mit sich selbst beschäftigt ist, nutzt ein anderes Land immer mehr seine Chancen: China. Das Reich der Mitte hat mit wirtschaftlichen Einbußen zu ringen. Ursache dafür ist der Handelskrieg mit den USA. Die neuen Bestimmungen könnten dem aufsteigenden Wirtschaftsgiganten zu schaffen machen. Doch China geht nicht in die Defensive, sondern spielt seine Figuren auf einem anderen Schachbrett aus: Es hat seine diplomatischen Beziehungen zu einst unerschütterlichen US-Alliierten in Europa und in Asien ausgebaut. Und es erweitert seine militärische Schlagkraft auf dem Globus. Das offenbaren nicht zuletzt jüngste Aktivitäten am Horn von Afrika.

Genau dort, an der Schnittstelle zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean, hat China scheinbar einen willigen Verbündeten auf seine Seite gezogen: das winzige Land Dschibuti. Im vergangenen Jahr stellte Peking in Dschibuti die erste Militärbasis außerhalb des eigenen Landes fertig. Anfang dieses Jahres entzog Dschibuti unerwartet dem in Dubai ansässigen Unternehmen DP World die Lizenz für das Container-Terminal am Hafen von Doraleh, dem wichtigsten Umschlagplatz am Horn von Afrika. Experten schätzen, dass bald chinesische Firmen die Entscheidungsgewalt über den Hafen haben.

Noch alarmierender für die USA dürften allerdings die militärischen Ambitionen Chinas sein. Die USA unterhalten mit dem Camp Lemonnier selbst eine Militärbasis in Dschibuti. Von dort werden unter anderem Antiterror-Operationen gegen den sogenannten Islamischen Staat, Al-Kaida, Al-Schabaab und Boko Haram durchgeführt. Wie die Washington Post meldete, beschwerten sich die USA schon im Mai 2018 bei China, hochmoderne Laser gegen US-Piloten außerhalb der Basis einzusetzen.

Zudem bestehen Sorgen, dass China Dschibuti als Einfuhrschneise etwa für Waffenschmuggel nach Somalia und in den Jemen missbrauchen könnte, wie die Zeitung weiter ausführt. Beide Länder schaffen dem Westen seit Jahren erheblichen Arbeitsaufwand. Jemen ist ein Rückzugsort der radikalislamischen Terrormiliz Al-Kaida, Somalia wird in Teilen weiterhin beherrscht durch die militante islamistische Bewegung Al-Schabaab.

„Jahrelang haben wir uns vor allem auf die wirtschaftliche Seite [von Chinas Bemühungen] konzentriert“, zitiert die Washington Post den Afrika-Experten Joshua Eisenmann von der University of Texas in Austin. „Nun aber zeigen die Beziehungen Chinas zu Dschibuti, dass politische und sicherheitspolitische Aspekte einen zunehmend wichtigen Teil der chinesisch-afrikanischen Beziehungen ausmachen.“

China vergrößert seinen Machtbereich. Immer offener unterhöhlt das Land die Vormachtstellung der USA in der Welt. Doch statt sich vereint gegen die chinesischen Expansionsbemühungen zu stellen, beleidigt und stößt Trump verlässliche US-Verbündete wie Kanada und Europa von sich. Gleichzeitig manövriert sich der Kongress selbst in den Zustand der Lähmung. Das bedeutet leichtes Spiel für China.






Quelle: „Stuttgarter Nachrichten“, www.stuttgarter-nachrichten.de

Schlagwörter: Globale Projekte, China, Kolonialisierung, USA, Vormachtstellung, militärische Ambitionen, Dschibuti, Hafen, Horn von Afrika, geostrategische Stützpunkte, militärische Stützpunkte, Doraleh, Jemen, Terrorismus, Waffenschmuggel, Verbündete, Donald Trump, Expansion, Brett Kavanaugh, Skandal, Oberstes Gericht, Amtsbesetzung, Frauen, Frauenfeindlichkeit, sexuelle Belästigung