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Indien: Größte Wahl der Welt – Elefanten transportieren Wahlmaschinen ans äußerste Ende Indiens

 
Meldung vom 11.04.2019

900 Millionen Menschen sind aktuell in Indien aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen. Ein logistischer Kraftakt in der größten Demokratie der Welt – und die Vorbereitungen haben manch skurrile Aktionen hervorgebracht.

Seit heute haben die Wahllokale für 900 Millionen Menschen in Indien ihre Türen geöffnet. Die größte Wahl der Welt verläuft über mehrere Wochen. Die Wahl ist unterteilt in sieben Phasen in jeweils unterschiedlichen Bundesstaaten bis zum 19. Mai. Damit überall auch genug Sicherheitskräfte und Wahlhelfer zugegen sein können, wird in ebendiesen sieben Phasen gewählt. Ausgezählt werden sollen die Stimmen am 23. Mai. Für die Parteien und ihre Kandidaten ist es eine ziemliche Herausforderung, sich bei dem Volk mit ihren politischen Schwerpunkten durchzusetzen.

Doch eine der größten Herausforderungen ist wohl die logistische Abwicklung dieser Wahl enormen Ausmaßes. Von der Wüste im Westen erstreckt sich die Besiedlung fast 3.000 Kilometer hinein in die Regenwälder des Ostens. Tausende Meter hohe Berge erheben sich im Norden von Indien, 3.200 Kilometer breitet sich das Land bis in den Süden aus, zu Traumstränden und Inseln. Die elektronischen Wahlmaschinen werden in Hubschraubern, mit Booten oder auf dem Rücken von Elefanten und Kamelen zu den indischen Wählern transportiert.

Elf Millionen Freiwillige helfen dabei, dass die Wahlen überhaupt umsetzbar sind. Und manchmal müssen sie skurrile Aufgaben dabei bewältigen: Zum Beispiel die Wähler vor Tigern schützen oder wilde Honigbienen von den provisorischen Wahlbüros vertreiben.

Seit Wochen wird das Land vom Wahlfieber in Schach gehalten, die Organisation der Abstimmungen ist eine Herkules-Aufgabe. Viele der Kandidaten waren bis kurz vor der Wahl noch nicht einmal nominiert, sie können noch in allerletzter Sekunde aufgestellt werden. Bei den vergangenen Wahlen tummelten sich mehr als 8.000 Menschen auf den Wählerlisten.

Rund 1.700 Parteien treten bei dieser Wahl in den 29 Bundesstaaten an, aber zwei große Parteien sind national derzeit von Bedeutung: Die hindu-nationalistische Partei BJP, die gerade an der Macht ist und die sozialdemokratische Congress-Partei, die jahrzehntelang dem Land vorstand und nun wieder an die Spitze strebt. Die Kandidaten müssen sich lauthals Gehör verschaffen, um die 900 Millionen Inder für sich zu gewinnen.

Rahul Gandhi, der Chef der Congress-Partei, bemüht sich, vor allem die arme Bevölkerung ins Boot zu holen: „Bekommen Sie jetzt bitte keinen Schock, bei dem, was Sie jetzt hören“, sagte er auf einer seiner Wahlveranstaltungen, „20 Prozent der ärmsten Familien im Land werden von unserer Partei umgerechnet rund 900 Euro im Jahr bekommen, direkt auf ihre Bankkonten.“ Er stellte damit eine Art bedingungsloses Grundeinkommen für rund 250 Millionen Menschen im Land in Aussicht. Ist ein solches Versprechen realistisch?

Auch der amtierende Premierminister Narendra Modi, der um Stimmen ringt, hat den vielen armen Bauern im Land Subventionen zugesagt. Aber er versucht mit einem anderen Thema zu überzeugen: „Alle Inder sollen den zukünftigen Herausforderungen mit Selbstbewusstsein gegenübertreten und sich sicher fühlen können, das ist unser Ziel. Ich hatte den Mut, zu Land, in der Luft und im Weltall militärisch zuzuschlagen. Ich werde über euch wachen.“

Der Wachmann im Duell mit dem Wohltäter, so lässt sich der Wahlkampf wohl auf den kleinsten Nenner bringen. Damit das jeweilige Motto auch bei jedem Einzelnen ankam, scheuten sich die Parteien nicht davor, sogar Bestechung anzuwenden: Die Wahlkommission hat bekannt gegeben, dass sie allein innerhalb von zwei Wochen Wahlgeschenke im Wert von fast 70 Millionen Euro konfisziert hätte. Darunter Bargeld, Gold, Fernsehgeräte, Laptops, Alkohol und sogar auch Drogen. In der vermeintlich größten Demokratie der Welt werden beim Wahlkampf wohl beide Augen zugedrückt, wenn es darum geht, mit welchen Mitteln man die Inder an die Wahlurnen bringt.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Indien: Beginn der Parlamentswahlen




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Indien, Wahlen, Demokratie, Wahlmaschinen, Kraftakt, Herkules-Aufgabe, 900 Millionen, Logistik, Rahul Gandhi, Narendra Modi, hindu-nationalistische Partei, BJP
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