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Mexiko: Auf der Jagd nach Gürteltieren, um in Corona-Zeiten zu überleben

Meldung vom 27.05.2020

In geschützten Regenwäldern Jagd auf Wildtiere machen, Angeln in Lagunen: In Mexiko haben die Menschen, die normalerweise in der Tourismusbranche tätig sind, wegen der Corona-Krise keine andere Wahl, als sich selbst zu versorgen.

Landschaftlich gleicht Rafael Alvarez' Heimat einem Paradies: Er wohnt in dem Dorf Chiquilá auf Mexikos Halbinsel Yucatán. Umgeben ist das Dorf von tiefem Dschungel, gegenüber befindet sich die Insel Holbox mit weißen Sandstränden an smaragdgrünem Wasser – das Auge erfreut sich an Palmen und sanft plätschernder Karibik.

Aber Alvarez und seine Nachbarn ringen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie um ihre Existenz. Die letzten Touristen habe er im März 2020 zum zweieinhalb Stunden entfernten Flughafen Cancún transportiert, berichtet der 25-Jährige. Er verdingt sich bei einem Transportunternehmen.

„Hier leben alle vom Tourismus. Ob im Transport, in Hotels, Restaurants oder Souvenirgeschäften. Deswegen trifft uns der Stillstand extrem. Ich wurde sofort nach Hause geschickt, zunächst mit 50 Prozent Lohn, dann nur noch 30 Prozent. Jetzt habe ich im Monat weniger als 80 Euro. Davon muss ich meine Familie ernähren. Zum Überleben reicht das nicht“, klagt Alvarez. Inzwischen jagen die Menschen hier Gürteltiere.

Im Gegensatz zu Zehntausenden Tourismusarbeitern, die in der zum Stillstand gekommenen Großstadt Cancún überleben müssen, haben Alvarez und die anderen Dorfbewohner den Vorteil, inmitten vielfältiger Natur zu leben, dem Schutzgebiet Yum Balam.

Alvarez erklärt: „Wir müssen Alternativen suchen, zum Beispiel zur Jagd gehen oder Fischen, damit wir etwas zum Essen haben. Neulich hat sich eine kleine Gruppe, die jagen wollte, im Dschungel verlaufen. Die Dorfbewohner haben sie erst nach vier Tagen gefunden. Wir kennen uns damit eben nicht mehr aus. Wir jagen jetzt Rehe, Gürteltiere und Wildschweine. Es gibt Lagunen im Dschungel, in denen ich fische. Damit meine Familie Proteine auf den Tisch bekommt.“

Auch wenn das illegal ist, drückt die Polizei derzeit beide Augen zu. Vor der Corona-Epidemie hat Alvarez nur manchmal zum Spaß geangelt. Dass jemand zur Jagd geht, hat er nur als kleiner Junge bei seinen Großeltern miterlebt. Nie habe er sich ausmalen können, dass das im 21. Jahrhundert noch einmal überlebensnotwendig sein könnte. Die Polizei sieht weg, solange die Dorfbewohner im Schutzgebiet nur für den Eigenbedarf auf die Jagd gehen. Zum Kochen sammeln sie Holz aus dem Wald, weil Gas im Moment nicht bezahlbar ist.

In ihrem Bundesstaat Quintana Roo, in dem etwa eine halbe Million Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus leben, hoffen die Hoteliers, in der zweiten Junihälfte wieder Zimmer anbieten zu können: „Es wäre eine sehr gute Nachricht, wenn die Insel Holbox wieder für Touristen öffnen könnte. Diese Nachricht würde ich unseren Freunden aus Deutschland, Frankreich und Spanien sehr gern überbringen. Was sie wissen sollten: Es gibt in meinem Dorf und auf der Insel – Gott sei Dank – überhaupt keine Covid-19-Fälle. Ihr könnt also kommen und euch an den weißen Stränden und dem türkisfarbenen Meer erfreuen. Es ist alles wunderschön wie immer.“ Und im Moment ist es dort sogar auch menschenleer – allerdings ist das Paradies unerreichbar.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Mexiko, Corona, Corona-Epidemie, Epidemie, Tourismus, Lockdown, Stillstand, Existenz, Überleben, Wildern, Jagd, Selbstversorgung, Natur, Dschungel, Tiere, Artenvielfalt, Lagunen, Naturschutzgebiet, Holbox, Cancún