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Kenia: Nach vier Monaten Abschottung Grenzen wieder geöffnet

Meldung vom 13.08.2020

Kenia empfängt wieder Touristen. Nach Monaten hat das ostafrikanische Land sein Einreiseverbot wieder aufgehoben. Die Grenzen sind wieder offen – nicht zur Freude aller Einheimischen.

Vier Monate waren Kenias Grenzen wegen der Corona-Pandemie abgeriegelt. Seit ein paar Tagen ist die Einreise in das ostafrikanische Land wieder erlaubt – trotz weiterhin zunehmender Neuinfektionen. Wichtig war der kenianischen Regierung nun, dass der Tourismus wieder auf die Beine kommt.

Personen aus den USA, Großbritannien oder China dürfen nun nach Kenia, ohne sich einer Quarantäne unterziehen zu müssen. Zwar werden alle Einreisenden dazu verpflichtet, einen negativen Corona-Test mitzuführen, allerdings darf er bis zu vier Tage alt sein. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass nun wieder infizierte Reisende ins Land kommen.

Es sei ein ermüdender Verhandlungskampf gewesen, bis klar gewesen sei, aus welchen Ländern die Reisenden nicht in Quarantäne müssten. Dass gerade Reisenden aus den Corona-Hotspots wie USA oder Großbritannien eine Quarantäne erspart bleibt, habe diplomatische Gründe. In der kenianischen Bevölkerung habe diese Entscheidung für Ärger gesorgt.

Für die Tourismus-Branche bedeutet die Entscheidung ein großes Aufatmen. Der Disput um die Grenzöffnung zog sich in die Länge. Das Tourismus-Ministerium und der Gesundheitsminister haben sich während dieser Wochen öffentlich gestritten. Das Gesundheitsministerium sprach sich gegen Quarantäne-Ausnahmen aus. Dass jetzt einige Länder keine Quarantäne-Pflicht haben, zeigt, wie einflussreich die Tourismuslobby in Kenia ist.

Korrespondenten, die wochenlang nicht nach Kenia einreisen durften, erkennen das Land jetzt nicht mehr wieder. Sie treffen eine andere Gesellschaft an, als sie verlassen haben: Es besteht im gesamten öffentlichen Raum Maskenpflicht, sogar im eigenen Auto – und für Kinder. Kindergärten, Schulen und Universitäten sind bis mindestens Januar 2021 geschlossen. Es ist deutlich weniger los auf den Straßen. Es wurde eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet und ab 19 Uhr seien alle Restaurants zu. Zudem darf dort kein Alkohol mehr verkauft werden.

Tausende haben durch die Epidemie ihren Job verloren. Unterstützungsprogramme wie in Deutschland gibt es nicht. Nur die Mehrwertsteuer wurde etwas gesenkt sowie die Gebühren für den Handy-Geldtransfer, der in Kenia weitverbreitet ist.

Aus staatlicher Sicht ist die Öffnung der Grenzen notwendig. Wenn der Tourismus wegfalle, fehlten in Zukunft auch alle Steuereinnahmen aus dieser Branche, ein wesentlicher Teil der staatlichen Einnahmen. Doch viele Kenianerinnen und Kenianer sind unzufrieden: Es herrscht die Meinung vor, dass die Reisenden das Virus erst ins Land eingeschleppt hätten und nun schon wieder umworben würden – während der Staat für die eigene Bevölkerung keine finanziellen Hilfen in der Krise freimacht.




Quelle: „Schweizer Radio und Fernsehen“, www.srf.ch

Schlagwörter: Kenia, Corona, Pandemie, Grenzöffnung, Einreise, Tourismus, Covid-19, Touristen, Einnahmen, Ausgangssperre, Einreiseverbot, Corona-Test