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Syrien: Lebensmittelpreise steigen um 247 Prozent – Schlimmste Hungerkrise seit Beginn des Bürgerkriegs

Meldung vom 30.06.2021

Von den Medien kaum beachtet: In Syrien spielt sich derzeit die schlimmste Hungerkrise seit Beginn des Konflikts ab. Mehr als 12 Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen. Und nun steht auch noch die Schließung eines wichtigen Versorgungsweges für Hilfsgüter bevor.

In Syrien haben die Menschen nach Angaben der Vereinten Nationen so wenig zu essen wie nie zuvor seit Beginn des Bürgerkriegs. Dem Welternährungsprogramm (WFP) zufolge stehen 12,4 Millionen Menschen täglich vor der Frage, wie sie an ausreichend Nahrung kommen. Das seien nahezu 60 Prozent der Bevölkerung. Damit sei die Zahl der Hungernden in Syrien innerhalb eines Jahres um 4,5 Millionen gestiegen.

Das WFP sprach sich daher dringlich für eine Verlängerung einer UN-Regelung aus, die es erlaubt, Hilfsgüter über die Türkei auch in syrische Regionen zu transportieren, die nicht von der Regierung kontrolliert werden. „Millionen Leben stehen auf dem Spiel“, erklärte WFP-Sprecher Tomson Phiri in Genf.

Die entsprechende UN-Resolution geht am 10. Juli zu Ende, sofern sie nicht verlängert wird. Die UN-Vetomacht Russland, die hinter Syriens Machthaber Baschar al-Assad steht, hat jedoch angezeigt, dass sie die Schließung des letzten Grenzübergangs für Hilfslieferungen forciert. Stattdessen möchte Moskau Hilfstransporte über die Hauptstadt Damaskus organisiert haben, die unter Assads Kontrolle steht.

Dem WFP zufolge treibt die Lage auf einen Höhepunkt des Elends zu, weil viele Menschen bereits mehrfach innerhalb Syriens fliehen mussten, dafür all ihr Hab und Gut gelassen haben und jetzt kein Geld mehr für zudem deutlich teurer gewordene Lebensmittel zur Verfügung haben. Demnach kletterten die Preise im vergangenen Jahr um 247 Prozent in die Höhe. Besonders alarmierend sei die Lage im Nordwesten. Dort hätten 2,4 Millionen Menschen keine andere Versorgung als die, dass Lebensmittel, Medizin und andere lebenswichtige Hilfsgüter über die nahe türkische Grenze kommen, sagte Phiri. Auf Lieferungen aus Damaskus in oppositionelle Gebiete könne man mit Sicherheit nicht zählen.

Die Hilfsorganisation Amnesty International schlug Alarm, dass bei einer Schließung des Versorgungswegs mehr als eine Million Menschen von Nahrung, Wasser, Corona-Impfstoffen und lebensrettenden Medikamenten abgeschnitten werden. Das Gebiet um die Stadt Idlib stellt nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rückzugsgebiet der Rebellen in Syrien dar. Eine Hungerkrise könnte sich auch entwickeln im von Kurden kontrollierten Nordosten, der als „Brotkorb“ des Landes gilt. Dort fällt die Ernte in diesem Jahr wegen einer Dürre sehr mager aus.

Seit 2011 blutet Syrien durch einen vielschichtigen Konflikt aus. Rebellen und Terroristen bemächtigten sich weiter Teile des Landes. Präsident Assad konnte mit militärischer Hilfe aus Russland und dem Iran die meisten verlorenen Regionen wieder einnehmen, jedoch mit äußerster Gewalt und Luftangriffen. Die UN bemühen sich bislang vergeblich um eine weit gefächerte Friedenslösung. Millionen Menschen sind immer noch auf der Flucht, hausen in Flüchtlingslagern, Hunderttausende starben.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Syrien, Hunger, Hungerkrise, Damaskus, Bürgerkrieg, Versorgungswege, Türkei, UN, Idlib, Welternährungsprogramm, WPF, Lebensmittelpreise, Hilfsgüter, Baschar al-Assad, Grenzübergang, Flüchtlinge