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Kenia: Historische Dürre löst Wasser-Konflikte aus

Meldung vom 30.09.2021

Auf Kenia lastet seit Monaten eine historische Dürre. Zwei Millionen Menschen laufen ohne schnelle Unterstützung Gefahr, an Hunger zu sterben. Hilfsorganisationen und Experten vor Ort appellieren an die Weltgemeinschaft, sofortige Hilfe zu leisten. Die meisten wollen aber auch langfristige Lösungen.

Das Vieh verendet auf dem rissigen Steppenboden. Nur ausgewählte Tiere, die stärksten, werden mit Notrationen der humanitären Organisationen gefüttert. Seit Monaten fiel kein einziger Tropfen Regen mehr, viele Brunnen sind versiegt. Der Norden Kenias wird von einer historischen Dürre heimgesucht. Mehr als zwei Millionen Menschen schlittern in eine Hungerkrise. Unterdessen ist die Suche nach den letzten sauberen Quellen und Weideflächen in blutige Gewalt umgeschlagen.

„Etwa 80 Prozent der Menschen hier leben als Hirten. Sie halten Rinder, Schafe, Ziegen und Kamele“, erklärt Margaret Kahiga. Von der Hauptstadt Nairobi aus plant die Kenianerin den Hilfseinsatz der US-amerikanischen Catholic Relief Services (CRS) im Norden des Landes. In den Bezirken Isiolo und Marsabit geben die Helfer Heu und Futtermittel für Tiere aus. Den Bewohnern, von denen die Hälfte Hilfe von außen benötigen, transferieren sie monatlich Geld über die Mobilfunkplattform M-Pesa für Lebensmittel. Brunnenpumpen werden erneuert und mit Benzin versorgt.

Etwa 90 Prozent der Wasserquellen im Norden und den östlichen Küstenregionen sind ausgetrocknet. Darüber hinaus ist Kahiga über einen anderen Trend alarmiert: Die Intervalle der Trockenperioden. „Früher gab es alle zehn Jahre eine Dürre, dann alle fünf, und jetzt befinden wir uns jedes zweite Jahr in einer solchen Situation.“ Es werde immer problematischer, jedes Mal die notwendige Soforthilfe zu leisten, das ziehe nicht zuletzt auch die langfristige Entwicklung in Mitleidenschaft.

Um irgendwie überleben zu können, rodeten einige Hirtengemeinden das karge Baum- und Buschland. „Aber das verschärft das Problem. Die Entwaldung macht die Dürren schlimmer, sie lässt Wasser verschwinden und führt zu Bodenerosion“, meldet die CRS-Koordinatorin. Bereits jetzt führe der Ressourcen-Mangel zu Kämpfen unter den Hirten.

Sie lassen sich meist in der Nähe von Schulen und Krankenhäusern nieder. Während die Frauen für die Manyattas zuständig sind, traditionelle Dörfer aus Lehmhäusern, ziehen die Männer mit den Herden von einem Weideland zum nächsten. Doch wenn dort bereits die Kühe des Nachbardorfs das letzte Grün abgegrast haben? „In ihren Augen ist es besser, selbst zu sterben, als ihr Vieh verenden zu sehen“, weiß James Galgallo, Direktor der Caritas Isiolo. Das resultiert in blutige Auseinandersetzungen. Gekämpft wird mit Waffen aus den benachbarten Bürgerkriegsländern Südsudan, Somalia und Äthiopien. Immer wieder kommt es zu Toten.

Wenn sich die Hirten wieder einmal bekriegen, dürfen die Helfer ihren Stützpunkt nicht verlassen. „Niemand will das Leben seiner Mitarbeiter aufs Spiel setzen“, meint Galgallo, selbst Sohn nomadischer Hirten. Er sieht voraus, dass der Klimawandel und der Kampf um Wasser in den nächsten Jahren noch mehr Unruhen in Nordkenia auslösen werden.

Im September verhängte Präsident Uhuru Kenyatta den Notstand über die Krisenregion. Seither findet sich die staatliche Hilfe nur schleppend und punktuell ein. Silas Apollo, Journalist bei der Zeitung Daily Nation, bemängelt: „Neun Jahre, nachdem Präsident Kenyattas Regierung den Bau von Dämmen, Bewässerung von Millionen Ackerflächen und Subventionen für Farmer versprochen hat, bleiben Dürre, Not und Hunger ein Problem für so viele im Land.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: domradio.de

Schlagwörter: Kenia, Dürre, Regen, Regenausfall, Weideland, Wasser, Ressourcen, Ressourcen-Krieg, Nomaden, Viehhirten, Vieh, Rodung, Entwaldung, Uhuru Kenyatta, Notstand, Konflikte, Klima, Klimawandel, Hunger, Hungersnot