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Global: „Wir haben im Wasser geschlafen“ – Afrika leidet unter Wetterextremen

Meldung vom 30.12.2021

Der Klimawandel zeigt sich derzeit von zwei grausamen Seiten in mehreren Ländern Afrikas. Hilfsorganisationen und UN machen auf den wachsenden Notstand aufmerksam. Dürre und Fluten zerstören die Lebensgrundlagen hunderttausender Menschen.

Die einen warten dringlich auf Regen für ihre verdorrten Felder, den anderen steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals und höher.

Während am Horn von Afrika eine verheerende Dürre nach der anderen die Menschen plagt, leiden im Südsudan mindestens 850.000 Menschen unter den schlimmsten Fluten seit langem.

In vielen Ländern ist die jährliche Regenzeit nicht segensreich ausgefallen, sondern der überaus heftige Niederschlag hat für gewaltige Überschwemmungen gesorgt. Dabei wurden Ernten, Häuser und Lebensgrundlagen vernichtet. Extremwetter, das aufgrund des Klimawandels in immer kürzeren Abständen auftritt, raubt derzeit gleich in mehreren afrikanischen Ländern vielen Menschen ihr gesamtes Hab und Gut.

Bilder etwa aus dem südsudanesischen Bundesstaat Unity sind tragisch: Teilweise ragen nur die Dachspitzen der Tukuls, der traditionellen Rundhütten, aus den dunkelbraunen Wassermassen. In Bentiu, einer der größeren Städte der Region, platzt das Flüchtlingslager aus allen Nähten, das ursprünglich Binnenflüchtlingen nach ethnischen Konflikten Unterschlupf bieten sollte. Nun drängen sich auch noch die Einwohner überfluteter Dörfer dazu, nach oft tagelangen Fußmärschen. Die meisten haben nur noch das, was sie am Leibe tragen: Ihre Ernte ist in den schlimmsten Überflutungen seit Jahrzehnten fortgespült worden. Latrinen stehen unter Wasser, Krankheiten durch verseuchtes Wasser drohen sich auszubreiten.

„Wir haben im Wasser geschlafen“, sagte etwa die Bäuerin Nyapuoa Kuol Bachuy Helfern in Bentiu. „Unsere Lebensgrundlagen sind zerstört. Wir haben nichts, um ein neues Leben zu beginnen und fragen uns alle, wie um alles in der Welt wir das überleben sollen.“ Die Familie, die Obst und Gemüse anbaute und damit einen stabilen Ertrag hatte, ist plötzlich auf Hilfe angewiesen – wie so viele Menschen des Landes, das ohnehin nach jahrelangem Bürgerkrieg ausgeblutet ist.

„Wir erleben im Südsudan, wie Wetterextreme die Lebensgrundlagen der Menschen zerstören: Überschwemmungen werden in Ausmaß und Länge immer extremer. Das bedeutet für die Menschen weniger Ernte und weniger Einkommen, dafür mehr Hunger und Verzweiflung“, erklärt Bettina Iseli, Programmdirektorin der Welthungerhilfe.

In Teilen Somalias, Äthiopiens und Kenias dagegen harren die Menschen auf Regen. Die somalische Regierung hat vor wenigen Wochen den Notstand ausgerufen. Das UN-Nothilfebüro OCHA sieht das Land in einer dramatischen Lage. Nach den jüngsten Berichten sind mehr als 3,2 Millionen Menschen von der Dürre in Mitleidenschaft gezogen, rund 169.000 mussten bislang ihre Dörfer verlassen, um anderswo nach Wasser oder Weideland für ihre Tiere zu suchen.

„Die derzeitige Dürre hat Lebensgrundlagen zerstört und Familien an den Rand einer Katastrophe gebracht“, meint auch Khadija Diriye, die somalische Ministerin für Katastrophenschutz.

Nach UN-Einschätzungen ist Somalia das Land in Afrika, das am schwersten mit den immer wiederkehrenden Dürren zu ringen hat. In den kommenden Monaten könnte die Zahl der Menschen, die zu Klimaflüchtlingen werden, auf bis zu 1,4 Millionen steigen – und die Ernte im Januar 2022 dürfte aktuellen Berechnungen zufolge um 50 bis 60 Prozent unterhalb des Zehn-Jahre-Durchschnitts liegen. „Das Leben der Menschen in Somalia steht auf dem Spiel, und wir haben keine Zeit zu verlieren“, unterstrich Martin Griffith, der Leiter des UN-Nothilfebüros OCHA.




Quelle: „Merkur“, www.merkur.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Wetterextreme, Klima, Klimawandel, Dürren, Überflutungen, Wasser, Regen, Regenzeit, Katastrophen, Ernteausfall, Hunger, Lebensgrundlage, Somalia, Südsudan