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Somalia: Schlacht um Mogadischu

Meldung vom 18.06.2009

Mogadischu wird seit einigen Wochen verstärkt von Kämpfen erschüttert. Doch das letzte Gefecht war das brutalste, selbst nach den Maßstäben Mogadischus, wo schon seit Anfang Mai ein blutiges Kräfteringen zwischen islamistischen Milizen und den Truppen der nahezu machtlosen Übergangsregierung Somalias stattfindet. „Wir haben uns in den Häusern zusammengekauert", erklärt ein Bewohner.

Wer so unvorsichtig war, am im Süden der somalischen Hauptstadt unterwegs zu sein, musste in Hauseingängen Deckung suchen, um von den knatternden Gewehren und heulenden Raketen nicht getroffen zu werden. Mindestens acht Tote verzeichnen somalische Medien, vermutlich liegt die Zahl weit höher. Auch Polizeichef Ali Said wurde erschossen.

In der Schlacht um Mogadischu befinden sich auf der einen Seite die Islamisten, die bereits große Regionen im Süden Somalias beherrschen. Neben der Shabaab, der größten Miliz, zählt zu ihnen die Hisbul Islam. Dieser Bewegung steht der international als Terrorist gesuchte Sheikh Hassan Dahir Aweys vor. Berichten zufolge haben sich die Islamisten auch ausländische Söldner zur Hilfe geholt. Die Zahl der Söldner schätzt der UN-Sonderbeauftragte für Somalia, Ahmedou Ould Abdallah, auf bis zu 300. 

Waffen beziehen die Islamisten angeblich aus dem Iran und aus Katar. Auf dunklen Wegen gelangen sie vermutlich durch Eritrea nach Somalia. In Kismayo und Merka, den von den Hardlinern besetzten Hafenstädten südlich von Mogadischu, werden immer wieder Boote mit leichten Waffen und Raketenwerfern an Bord ausgemacht.

Aufseiten des international anerkannten Übergangspräsidenten Sharif Ahmed kämpft eine heterogene Armee, die sich aus Kriegern der ehemaligen Islamischen Gerichtshöfe, langjährigen Unterstützern der Übergangsregierung und zu Polizeikräften umgeschulten Milizionären gebildet hat. Früher gehörten Sharif und die Gerichtshöfe selbst der islamistischen Bewegung in Somalia an. Weil die Kämpfer der Gerichtshöfe ebenso wie die Shabaab-Milizionäre ihre Gesichter vollständig mit Tüchern einhüllen, werden sie in den Gefechten immer wieder verwechselt und von Polizisten erschossen.

Sharif Ahmed, der seinen Präsidentenpalast von knapp 4.000 Soldaten der Afrikanischen Union aus Uganda und Burundi schützen lässt, hält dringend Ausschau nach neuen Unterstützern. So haben die etablierten Warlords und Geschäftsleute mit Privatarmeen in Mogadischu derzeit gute Karten: mindestens drei haben sich mit Sharif verbündet, ebenso der ehemalige Shabaab-Anführer Inda Adde, der eine mächtige Miliz befehligt. Nicht zuletzt rechnet Sharif mit einer neuen Miliz seines Clans der Abgal – Clanverbindungen wird in Somalia mehr Wert beigemessen als politischen Bündnissen.

Vor dem Hintergrund der Aufrüstung auf allen Seiten scheint ein schnelles Ende der Kämpfe nicht absehbar. Verlierer, sagt Peter Smerdon vom UN-Welternährungsprogramm (WFP), sind die Menschen, die in Somalia überleben müssen. „Mehr als 120.000 Bewohner sind alleine im vergangenen Monat aus Mogadischu geflohen“, sagt Smerdon. „Die Lage ist sehr ernst, denn wo gekämpft wird, können wir nicht helfen. Oft sind wir nicht mal in der Lage, die neuen Vertriebenen aufzuspüren.“






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de